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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

Auch die Vertreter der eleganten Kreise waren in diesem Salon an-zutreffen. Diplomaten fanden sich ein. Mirabeau, in dessen Hauptsich damals schon die gewitterschwangern Wolken der Revolutionsammelten, dem auch die Juden so viel verdanken, verkehrte währendseiner geheimen diplomatischen Sendung (1786) in Berlin, allerdingsmehr mit Henriette Herz in ihrem Hanse, als mit ihrem Mannes.Nach und nach ließen sich auch Damen von hohem Stande undBildung herbei, mit der Herz und ihren Freundinnen zu verkehren,von dem Reiz des feinen, geselligen Verkehrs angezogen. Sie stelltensich nnt Henriette und ihren jüdischen Freundinnen auf den Fuß derGleichheit 2 ). Am meisten Anziehungskraft übte dieser Salon ans ge-bildete christliche Jünglinge, wegen der schönen jüdischen Mädchen undFrauen, welche sich wie Trabanten um die schöne Wirthin bewegten.Diese jüdischen Schönheiten bildeten aber nicht bloß die Dekorationdieses Salons, sondern nahmen regen Antheil an der geistvollenGeselligkeit und zeichneten sich zum Theil durch einen originellen Geistaus. Gentz nannte siedie klugen Weiber aus der Judenschaft" ft.Unter diesen waren es besonders zwei, welche durch größere Geistes-überlegenheit glänzten und moderne Bildung mit jüdischem Scharfsinnund Witz vereinten: Mendelssohns älteste Tochter Dorotheaft, spätermit Friedrich von Schlegel verheirathet (geb. 1763, starb 1839), undRahel Levin, später Frau Varnhagens von Ense (geb. 1771, starb 1833).Beide besaßen glänzende Geisteseigenschaften, Rahel Levin war nochdazu von einer unbeugsamen Wahrheitsliebe, gepaart mit Milde undAnmuth.

Fast zu derselben Zeit eröffnete eine jüdische Tochter Berlins einenglänzenden Salon in Wien, in welchem Schriftsteller, Künstler, Adlige,Diplomaten, Einheimische und Fremde verkehrten. Fanny Jtzig(geb. 1758, starb 1818), eine Tochter des Banquier Daniel Jtzig,geistvoll, liebenswürdig und edel, mit dem zum Baron erhobenenNathan Adam von Arnstein verheirathet. Sie hat in Wien diegesellschaftliche Verschmelzung der Juden mit den Christen angebahnt,

ft H. Herz, Erinnerungen.

ft vsnina, In krasse littsrairs II, p. 24Z. Uons avous vu äss äuinssanssi äistinzmess pur lsur gnulits gas xar Isnr ssxrit et leurs oonnais-saness rscsvoir et traiter llexonss äs cs äootsnr (Herz), et ses ziarents st sssainies imesgns ä'sgalss L Saales. 6'est -einst gn'nns Nation avilis xsudautistns äs gniiE sieelss coininenos ä ss ruMroebsr äs la eonäition ässvbretisns äans la soeiets oivils.

ft Gentz Briefwechsel mit Garve, Breslau 1857, S. ll>5.

ft Der unter F. Schlegels Namen erschienene Roman Florentin ist vonDorothea verfaßt.