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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Salon der Henriette Herz.

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einem kleinen, anmuthig lächelnden Munde und zarter Gesichtsfarbe.Künstler bewunderten diese vollendete Schönheit, wie sie nur seltenans der Meisterhand der schöpferischen Natur hervorgeht. In diesemschönen Körper webte eine für das Wahre empfängliche Seele, diezwar nicht die Stätte ureigner Gedanken war, aber empfangene Ein-drücke unverwischbar festhielt. Aber ihre seltene Schönheit nährte inihr einen hohen Grad von Eitelkeit und eine Sucht, bewundert zuwerden. Die Eltern waren schwach genug gewesen, so oft eine Prinzessineine jüdische Hochzeit oder eine Laubhütte ansehen wollte, ihr Wunder-kind zur Schau zu stellen und sie declamiren zu lassen. Wegen ihrerraschen Entwicklung wurde Henriette beim Beginne ihres sechzehntenJahres mit Markus Herz verheirathet, und durch seine Anleitung,sowie durch den Umgang mit Mendelssohns Töchtern und den Verkehrin dessen Hause erweiterten sich ihre Kenntnisse. Diese verliehen ihrerkörperlichen Schönheit einen höhern, idealen Liebreiz und eine un-widerstehliche Anziehungskraft.Schön wie ein Engel und voll vonGeist und Güte", so schilderte sie eine vornehme Französin, welchesich darauf verstand Z.

Diese schöne Frau machte ihr Haus, wie gesagt, zum Sammel-punkte der auserwählten Gesellschaft Berlins, und ausgezeichnete Fremdehaschten nach der Ehre, in dasselbe eingeführt zu werden. Es wurdeder erste Salon Berlins, in welchem Anregung und geistige Genüssein mannigfacher Fülle geboten waren. Zwanglos verkehrten hier mitgebildeten Juden zunächst Mendelssohns christliche Freunde, die schonfrüher an den Umgang mit Juden gewöhnt waren- Nikolai, der letzteUeberrest von dem Lessing-Mendelssohn'schen Triumvirat; Engel,der Erzieher des Kronprinzen Friedrich Wilhelm III., der Probenrabbinischer Weisheit, von Inden empfangen, unter das Publikumbrachte; Ramler, der Gewissensrath der Dichter, welcher aus Teil-nahme für die Juden Ephraims Kuhs Verse feilte st. Es kamen auchneue Männer, welche eine hohe Stellung einnahmen: die Consistorial-räthe Teller und Zöllners, auch solche, welche früher dem jüdischenKreise fern gestanden hatten. Knuth (später Staatsrath) führte seinezwei Zöglinge Alexander und Wilhelm von Humboldt ein,welche später eine so bedeutende Laufbahn einschlugen und europäischeBerühmtheiten wurden; Graf Alexander von Dohna-Schlobittenund andere Adelige. Gentz, Schleiermacher und Friedrich vonSchlegel waren gewissermaßen Hausgenossen des Herrschen Paares.

st Laäame äs 0snli8, Erzieherin Ludwig Philipps, in ihren Memoiren.

'st S. Vorrede zu Kuhs hinterlassenen Gedichten I, S. 14. II, S. 190.

st S. auch Schleiermachers Leben in Briefen I, S. 180, II, S. 194.