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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Salonion Mainion.

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Mainion behandelte sie selbstständig nach seiner eigenen Denkweise,und als er seine Bemerkungen dem bereits gefeierten Urheber zu-schickte, war dieser von Mainions Scharfsinn und Tiefe fast geblen-det und spendete dem jüdischen Denker, der sich halb als seinGegner zeigte, das höchste Lob'). Durch sein tieferes Eindringenin die Kantische Philosophie, seine scharfe Begriffsbestimmung unddie Deutlichkeit, die er ihr verliehen hat, machte er sie in Gelehr-tenkreisen bekannt. Er wurde ein sehr fruchtbarer, philosophischerSchriftsteller und wußte, er, der Pole, in deutscher Sprache dieschwierigen, dunkeln und trockenen Probleme allgemein verständlichzu machen. Für das jüdische Publikum erklärte er sein Lieblings-buch, MaimunisFührer", an dem er sich zum Denken herangebildethatte, in einem hebräischen Commentar (Oidsat lla-LIors 1790), demer aber seine und Kantische Ideen unterlegte. Er schrieb dazu eineGeschichte der Philosophie, die von tiefer Eingedrungenheit in diesensubtilen Stoff Zengniß ablegt. Dem großen Publikum wurde ererst durch seine eigeneLebensbeschreibung" bekannt, worin erdie Blößen der polnischen Juden, die ihm als die einzigen Ver-treter des Jndenthnms galten, und auch seine eigenen mit chnischerSchonungslosigkeit anfdeckte, wie mehrere Jahre früher Rousseau mitseinenBekenntnissen" Er hat damit seinen Stammesgenoffen einenschlechten Dienst geleistet. Denn seine aus Verstimmung entstandenenUrtheile über sie wurden später als baare Thatsachen zu deren Ver-urteilung genommen, und was er von polnischen Juden Häßlichesschilderte, wurde ohne weiteres allen Juden zur Last gelegt.

') Kants Brief an Markus Herz, cl. ä. Mai 1789, Kants sämmtl. Werke,B. XI. S. 53 f., auch in Maimons Selbstbiographie II, S. 255, wo Herz' Nameverschwiegen ist.

') vr. Saul Ascher beurtheilte Maimon sehr richtig in derGermano-manie" (1815, S. 55 s.)Ich habe Maimon persönlich und genau gekannt.Aus meinen Händen erhielt er zuerst ein Ex. von Kants Kritik der reinen Ver-nunft. Ich mar es, der ihn zum Schriftsteller ermunterte. Man muß sowohldie wohlwollenden als die gehässigen Aeußerungen Maimons gegen seine Lands-leute gar nicht als aus festen Grundsätzen hergeleitete Raisonnements betrachten,mit denen es ihm Ernst war. Maimon hatte, wie der größte Theil der Polen,oder überhaupt alle von Politur entblößten geistreichen Menschen, gewisse Launen,die ihn in seinem Urtheil leiteten. Wie jene wechselten, bekamen seine Urtheileeine andere Stellung, und ich war oft Zeuge, wie er seine besten Freunde durchdie von seiner Laune herbeigeführte Veränderlichkeit seines Urthsils empfindlichzu kränken, sich ein Vergnügen machte. Die im Gemüth des Menschen haftendePortion von Bosheit, die der Gebildete zu verbergen versteht, äußerte sich beiMaimon oft unwillkürlich, unv das machte ihm Feinde."