Die Measfim.
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gebracht hat. Wessely's Epos gefiel so gut, daß zwei christliche DichterHufnagel und Spalding die ersten zwei Gesänge ins Deutscheübertrugen. Aber ein Meisterwerk ist es keineswegs; es fehlt ihmder Hauch echter Poesie, Phantasie und Schwung. Es ist eigentlichnur eine in Versen umschriebene Geschichte des israelitischen Ursprungsoder, noch richtiger, ein in Verse gebrachter Kommentar zum Pentateuch.Die richtige Auslegung und Ausdeutung dieses Buches der Bücherwar für Wessely bei Weitem wichtiger, als die poetische Ausmalung,weil er durchaus nicht Dichter, sondern blos Enthusiast für die Schön-heiten der hebräischen Sprache war. Dasselbe gilt von der ganzenSchule; ihre Jünger waren gute neuhebräische Stylisten, aber kaummittelmäßige Dichter.
Das Erscheinen des „Sammlers" hat auch in christlichen KreisenAufmerksamkeit erregt. Der alte Judenfeind, Ritter Michaelis selbst,konnte es nicht mit Stillschweigen übergehen'). Andere begrüßten esals eine Morgenröthe, welche einen schönen Tag verkündet 2). Es warin der That ein Morgenaufgang für den jüdischen Stamm. Worinbesteht das Wesen eines Culturvolkes? Doch wohl, neben Gesittung,in Sinn und Geschmack für die schöne Form und in der Kraft,künstlerische Gestalten zu schaffen. Diesen Sinn und diese Kraft, diedurch äußeren Druck und innere Verwilderung abhanden gekommenwaren, hatte das Organ der Measfim in der Judenheit geweckt. Esbrauchte vor der Hand nichts Neues geschaffen, sondern lediglich dasVerständniß für die Schönheit und Erhabenheit der eigenen Litteraturangebahnt zu werden, um den jüdischen Stamm zur Ebenbürtigkeitder Kulturvölker zu erheben.
') S. Michaelis orisnt. und exeget. Bibliothek 23. Theil, S. 75 f.; neueorient. Bibliothek V. Theil, S. 75 f.
KrsAvirs, Ilssai sur In rsKSUsration äss juils, 1789, x. >62, Note:Dspuis guatrs ä sing aus, äs jsuues juits Lsriiuois iiupriiueut su bsbrsuxuu jourual, gui sirouls paruii Isur uatiou, st raeius ebsri Iss untres. Ils outaäresss uns lettrs tonoliauts ä lsurs trsrss surolss äaus I'arinss imperiale.(Bezieht sich auf den Brief Asasssl Jahrg. 1788, p. 331 f. s. auch das. 386 f.)^ux ^sux cls In 8zma,Z'0tz'US oss littsratsurs sout eoupablss ä'uu eriius atroos;ear guslgus attsutat cls rsvogusr su clouts llutaillibilits clss Uabbius, äsprsteuärs, gus Iss stuäss pbMgues, inatbsmatiguss etv. psuveut strs pourls inoius aussi utilss gus osrtaiuss äisoussious tastiäisuses st absuräss äullalmuä! Dsjä ils psuvsut s'bouorer äs tu baius äss sots st äss olamsursäs 1'suvie; mais si la LzmatzDAus Iss manäit, 1a raison Iss abscmt. Ilsaiäsrout L la rsAsusratiou äs Isur psupls; o'sst psut-etrs llaurors clluubsau jour. Salomon Maimons Urtheil über die eitle Bestrebung der Measfimund die Unverbesserlichkeit der Juden (Lebensgeschichte II, S. 266 f.) entsprangaus seinem tiefgewurzelten Pessimismus und seiner kindischen Unwissenheit inBezug auf geschichtliche Faktoren.