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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

mit erstaunlicher Sprachbegabung. Auch sein religiöses Verhalten warcharakterlos; er heuchelte ebensowohl bei den Frommen wie bei denAufgeklärten. Nicht weniger sprachgewandt war Jehuda Löb Ben-seeb (geb. in oder bei Krakau 1764, starb in Wien 1811). Erwar ein fruchtbarer Mitarbeiter amSammler", lieferte eine Mengeniedlicher Gedichte, übersetzte geschmackvoll die Sprüche Sirachs insHebräische und erzeugte viele schöngeschriebene prosaische Beiträge. Erhandhabte die hebräische Sprache mit solcher Fertigkeit, daß er sie zuzotigen Gedichten mißbrauchte. Satanow und Benseeb haben das Ver-dienst, die hebräische Sprachlehre von Neuem ausgenommen und ver-breitet zu haben. Zn den allerdings spärlichen Mitarbeitern desSammlers gehörte auch Wolf Heidenheim (geb. in Heidenheim 1737,starb in Rödelheim 1832). Er war ein wunderlicher Mensch, der dieFormlosigkeit und Narrheit der Alten und die Leichtfertigkeit undKlügelei der Neuen gleich verabscheute und seine Grillen mit peinlichgenauen grammatischen und masoretischen Studien an der Hand alterMeister verscheuchte. Durch seine sorgfältigen Ausgaben alter Schriftenhat er der alten Nachlässigkeit und Sorglosigkeit, wenn auch nicht einEnde gemacht, so doch gesteuert.

Ist die Reihe zu Ende? Nein, noch lange nicht. Die Pflegerder hebräischen Sprache reichten einander über weite Länderstreckendie Freundeshand; es war eine Verbrüderung, die sich bis Holland,Frankreich und Italien erstreckte. David Friedrichsseld (geb. um1755, starb 1810) war ebenfalls ein Schwärmer für diese Spracheund die biblische Litteratur. Er hatte ein so großes Zartgefühl fürderen Feinheiten, daß ihm ein unschönes hebräisches Wort Seelenpeinverursachte. Er drang stets auf reine Formen und Bezeichnungen

und war ein geschmackvoller und strenger Richter. Friedrichsfeld hattein der Jugend ein besseres Loos erwählt und dem gegen die Judenlieblosen Preußischen Staat den Rücken gekehrt; er war nach demfreien Amsterdam ausgewandert. Von hier aus begrüßte er dasUnternehmen für die Pflege des Hebräischen mit jugendlicher Be-

geisterung. Er genoß noch das Glück, die vollständige Gleichstellungder Juden in den holländischen Staaten in hebräischen Versen besingenzu können. Durch seine Vermittlung schlossen sich auch die holländisch-jüdischen Dichter dem Kreise der Measfim an. Der Bedeutendste

unter ihnen war David Franco Mendes in Amsterdam (geb. 1713,starb 1792 Z. Er stammte aus einer Marannenfamilie, wurde, alsMoses Chajjim Luzzatto in Amsterdam weilte, der Jünger dieses

lieblichen Dichters, den er sich zum Muster nahm, und war unbesoldeterst Seine Biographie im KaMiä Jahrg. 1808 Nr. 10. II. 14. 20. 34.