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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Measfim.

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suchte, Joseph Haltern, Joseph Witzenhansen oder Beit*),Joseph Brah-Brcm-), der, reich und wohlthätig, seine Gesundheit durchdas Studium und die Pflege der hebräischen Sprache untergrub, imvierundzwanzigsteu Jahre starb (geb. 1767, starb 1791^) und vonseinen Freunden aufrichtig in Prosa und Versen betrauert wurde.Zwei bereits im Alter vorgeschrittene Männer begrüßten die Unter-nehmung zur Belebung der hebräischen Litteratur mit jugendlichemFeuer: Baruch Lindau aus Hannover (geb. 1757, starb 1849),der eine Naturlehre in hebräischer Sprache verfaßte, und derArzt des Königs Gustav III. von Schweden, Mardochai (Gumpel,Gumpertz) Levisohn (starb 1797 in Hamburg), den der König vonSchweden wegen seiner Kenntnisse zum Professor der Medicin an derUniversität zu Upsala ernannt hatte. Diese beiden Schriftsteller, ob-wohl ihre Studien auf andern Gebieten lagen, waren für die hebräischeSprache und die Erweckung ihrer Stammesgenossen erglüht.

Zwei Polen, die sich in Berlin aufhielten und zu den bedeutendstenhebräischen Stylisten zählten, und deren Berührung mit deutscher Cultureinen nachtheiligen Einfluß auf ihre sittliche Haltung hatte, gehörtenebenfalls zum Kreise der Measfim: Isaak Satanow und Ben-seeb. Isaak Levi ans Satanow (geb. 1732, starb 1804), der vomBankier Daniel Jtzig unterstützt wurde, besaß eine erstaunliche Fertig-keit, Stylarten täuschend nachzuahmen, Salomonische Sprüche undPsalmen, witzelnde Novelletten nach Art Alcharisi's mit Kunstregeln fürdie Poesie eingestreut und mystische Soharsprache, kurz alles Mögliche.Satanow liebte das Versteckenspielen, das Mystificiren. Die Dummensollten glauben, er habe eine althebräische Sammlung des SängersAssaf aufgefunden, und die Gescheidten sollten bewundern, wie geist-reich und mannigfaltig er sein könne. Das Unschuldigste an seinerhebräischen Schriftstellerei war noch, daß er unter dem Namen seinesSohnes Schema Satanow oder Doctor Schönemann hebräischeStücke lieferte und seine Mystifikationen vertheidigte, obwohl die Be-kannten wußten, daß dieser Sohn wenig oder gar nicht hebräisch ver-stand. Satanow kündigte auch ein Buch über schnelles Bohren vonPerlen und über Liqueur-Fabrikation an. Zur Zeit des Mose deLeon oder in andern Epochen, in denen Schriften in hebräischer oderchaldäischer Sprache ohne Prüfung heilig gesprochen wurden, hätte erLügenbücher zusammengeschrieben. Satanow war eine unehrliche Natur

U Ein Seitenverwandter des 1864 verstorbenen vr. Moritz Veit.

') Abkürzung des Vaternamens ( b. R. Hirsch b. R. Nathan (?), vgl. St.0. L. 5925).

°) S. Ueassek Jahrg. 1791, z,. 271.