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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Measfim.

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Sekretär der Amsterdamer portugiesischen Gemeinde. Eine Reihe vonGelegenheitsgedichten in der Form der jüdisch-spanischen Poesie dessiebzehnten Jahrhunderts hatte ihm einen Namen gemacht und nochmehr sein hebräisches GeschichtsdramaAthalias Strafe" (6smn1^.tllalia). Es schmerzte Franco Mendes, daß die Inden sich von derhebräischen ab- und der Mode gewordenen französischen Litteratnrzuwendeten, weil diese so schöne Kunsterzeugnisse zu Tage förderte,während die hebräische Sprache mit Unfruchtbarkeit geschlagen schien.Diese Schmach wollte er tilgen und unternahm es, die spannendeGeschichte vom königlichen Knaben Joas, der verstohlen im Tempelerzogen wurde, um ihn vor Mörderhand zu schützen, und von demSturz der blutdürstigen Königin Athalia nach Racine's und Meta-stasio's Vorgang dramatisch zu bearbeiten. Aber Franco Mendes'guter Wille und Eifer reichten nicht aus, diese tragische Spannungdichterisch zu gestalten; sein Musterbild Luzzatto hatte ihn nicht mitdem Salböl poetischer Begabung zu seinem Nachfolger geweiht, wiesich diese Begabung überhaupt nicht erwerben und übertragen läßt.Mendes' Drama ist nicht einmal in der Form vollendet, auch nichtrein in der Sprache und steht in diesem Punkte sogar Bresselau'sallegorischem Drama nach. Aber seine Zeitgenossen, sefardische unditalienische Dichterlinge, reichten ihm den Kranz der Poesie und hättenihn eitel machen können, hätte er nicht einen bescheidenen, sittlichenCharakter besessen. Der Portugiese Franco Mendes war weit entferntvon dem Stolze de Pinto's und überhaupt seiner Landsleute, mit dendeutschen Juden jede Verbindung zu vermeiden. Er unterstützte viel-mehr denSammler" mit vielem Eifer, zumeist durch kurze Lebens-beschreibungen von sesardischen Größen, welche den Dichtern der deutschenZunge unbekannt waren. Auch andere portugiesisch-jüdische Dichterschlossen sich diesem Kreise an.

In Frankreich vertrat die hebräische Litteratnr der MeasfimMose Ensheim (Einsheim) oder Mose Metz (geb. um 1760, starbnach 1838?). Er war einige Jahre Hauslehrer bei MendelssohnsKindern (17821787). Seine jungen Zöglinge haben- ihm ein gutesAndenken im Herzen bewahrt. Sie schildern Ensheim als einen tief-sinnigen Denker, eingeweiht in philosophisches Wissen und von liebens-würdiger Milde, Herzensgüte und so großer Bescheidenheit, daß er nieetwas von seinem Geiste Ansgedachtes hat veröffentlichen wollen^).

') M. Mendelssohn gesammelte Sehr. I, 54. Moses Mendelssohns Brief-wechsel mit Homberg das. V, 685, wo Mendelssohn ihn M. Metz nennt, dermit seinem Sohne Joseph und dem Schwiegersöhne Simon Witzenhausen-Veitde» Nors Hebnobim lese und mit Buxtorfs lat. Uebersetzung vergleiche. sVgl.L. Kahn, Iss juiks äs k>aris psuäaut in revolntion, S. 133. 324.).