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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

hatten zumeist auf die Unterstützung von dem bereits als Styl-Autorität anerkannten Wessely gerechnet und ihn um Beiträge gebeten,ihn, der (wie sie sich ausdrückten) die an die Weiden Babels aufge-hängten Harfen abgenommen und ihnen neue Lieder entlockt hatte".Freudig verband sich der bereits Betagte mit den Jünglingen, derMeister mit den Anfängern, warnte sie aber, als ahnte er den Aus-gang, ihre Spitzen gegen das Judenthum zu kehren und sich überhauptder satyrischen Stacheln zu bedienen. Euchels und Bresselans Aufruffand ein vielfaches, volltönendes Echo. Sie hatten das rechte Mittelzur Hebung der Bildung gewählt und auch ein gefühltes Bedürfnißbefriedigt. Die hebräische Sprache, geläutert und geschmackvoll dar-gestcllt, konnte allein die Vermittelung zwischen der Judenheit undder Zeitbildung herbeiführen.

Am meisten Teilnehmer fand derSammler" in der Haupt-stadt der jüdischen Bildung, in Berlin. Hier fand er litterarischeBeiträge und klingende Unterstützung. Hier gab es bereits eine Reihevon Jünglingen, die von demselben Streben wie Euchel und Bresselaubeseelt waren, Schwärmerei für die hebräische Sprache hegten undsie mit sich verjüngten. Auch Mendelssohn lieferte einige hebräischeGedichte ohne seinen Namen zu nennen, nicht zu stolz, von der Höheseines Ruhmes herab mit Anfängern einen Wettlauf anzutreten. Esist recht bezeichnend für den Geist, der zu wehen begann, daß einhalbes Kind in wohlgesetzten hebräischen Versen den Reigen eröffnetund schüchtern um Zulassung zur Gemeinschaft bittet, als sollte fortannicht der grauhäuptige Elisas, sondern der jugendliche Elihu das großeWort führen und seine Weisheit predigen. Neue Nameu tauchten indem neubegründeten Organ auf, welche unter dem GesammtnamenUsasckim, Mitarbeiter amSammler" (zuerst erschienen Herbst 1783),eine ganz bestimmte Richtung, eine Sturm- und Drangperiode derneuhebräischen Litteratur bezeichnen. Zunächst waren es die beidenZwillingsgenossen von Euchel und Bresselau, welche später die Redaktionübernahmen: Josl (b. Jehuda Löb) Löwe (geb. 1762, starb 1802)und Aaron Halle oder Wolfssohn (geb. 1754, starb Fürth 1835),der Eine ein ernster Forscher, der Andere ein kühner Stürmer, derzuerst Wesselys Befürchtung bewahrheitete und in einem Zwiegesprächzwischen Mose Maimuni und Mose Mendelssohn das stehengebliebeneJudenthum einer schonungslosen Kritik unterzog Z. Berliner Mit-arbeiter waren außer David Friedländer, der es mit Allem »er-st (Vgl. über beide M. Freudenthal, die ersten Emancipationsbestrebungender Juden in Breslau, S. A. aus der Monatsschrift für Gesch. und Wissensch. desJudenthums, "7. Jahrg. S. 37 f. 60 f.st