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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Königsberger Gemeinde.

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einer Geschäftsreise sich mehrere Tage daselbst aufhielt, von vornehmenPersonen, Professoren und akademischen Schriftstellern ausgesucht undmit außerordentlicher Aufmerksamkeit behandelt wurde. ImmanuelKünt, der Gedankenstürmer, umarmte ihn öffentlich. Der excentrischeHaman,der Magus des Nordens", hob ihn in seiner über-treibenden Weise in den Himmel. Dieser geringfügige Umstand gabden gebildeten Königsberger Juden eine Art Selbstbewußtsein, daßder Jude durch Selbstachtung den herrschenden Klassen Achtung ab-trotzen könne. Dazu kam, daß die Königsberger Universität von einigenhumanen Universitätslehrern, besonders von Kant, beeinflußt, wissens-durstige Juden als Zuhörer und akademische Bürger aufnahm. Unterdiesen halbakademischen und halbtalmudischen Jüngern waren damalszwei, von denen die Erweckung eines frischen Geistes ausging odervielmehr die stille Thätigkeit Mendelssohns wirksamer fortgesetztworden ist: Isaak Abraham Euchel und Mendel Bresselau,beide Hauslehrer bei den reichen und bildungsliebenden Friedländers.Isaak Euchel sgeb. in Kopenhagen 1756, starb in Berlin 1804Zhatte sich durch Mendelssohn und Wessely zum gediegenen, korrektenhebräischen Stylisten gebildet, dessen Schreibart wohlthuend gegen diebis dahin gebräuchliche Sprachverderbniß abstach. Indessen war EuchelsStyl trocken, ohne Phantasie und ohne Originalität. Bedeutenderwar sein jüngerer Genosse, Mendel Bresselau (geb. um 1760, starb1827), der sich später an dem großen Kampfe gegen das Alte be-theiligte und die rabbinischen Graubärte zauste. Er war ein wahr-hafter Künstler in der hebräischen Sprache und verstand es, dasbiblische Sprachgut auf moderne Verhältnisse und Lagen ohne Ge-suchtheit und Zweideutigkeit anzuwenden. Er hatte sich den tiefsinnigenDichter Mose Chajjim Luzzato zum Muster genommen und gleich ihmein moralisches Dramadie Jugend" ^) gedichtet, freilich ohne ihnauch nur von ferne zu erreichen. Unterstützt von zwei Jünglingenaus dem reichen Hause Friedländer (Simon und Samuel) erließenEuchel und Bresselau noch bei Mendelssohns Leben während WesselysKampf mit den Stockfrommen (Frühjahr 1783) einen Aufruf an dieGesammtjudenheit, einen Verein zur Förderung der hebräischen Sprachezu gründen (Ollsdrai Oorsolls l-ssoliou Ddsr) und ein öffentlichesOrgan (Zeitschrift), (den Sammler (Llsasssb), zu schaffen. Sie

Z Die biographischen Data für die Measfim sind entnommen zum Theildem Register der Berliner Gesellschaft der Freunde und der Chronik derselben(von B. Lesser 1842), zum Theil der anonymen Quelle in der Zeit, des Juden-thums, Jahrgang 1837, S. 448 und anderweitigen Quellen.

2) minai gedr. Berlin 1786, s. Einl. dazu.