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Geschichte der Juden.
vieler Fremden, der Bann bekannt gemacht gegen alle diejenigen,welche lärmend beten, von dem deutschen Synagogen-Ritus abweichen,an Sabbat- und Festtagen weiße Gewänder anlegen, und andereSonderbarkeiten und Neuerungen sich zu Schulden kommen lassensollten. In einer Gemeinde (Lasczow) wurde den des Chaßidäer-thums Verdächtigen untersagt, sich zum Gebete zu vereinigen, selbstzwei derselben durften nicht zusammensitzen; auch von Ehrenämternwurden sie ausgeschlossen. Aus dem Kreise Elia Wilnas wurde einebrandmarkende Anklageschrift gegen sie in die Welt geschickt. Daswar der erste Schlag, der die Chaßidäer betroffen hat. Dazu kamnoch, daß ihr Leiter Beer Mizricz in demselben Jahre starb — dieRabbinen bildeten sich ein, in Folge der Bannflüche — und so fühltensie sich verwaist. Das Polenreich wurde in Folge der Schwäche desKönigs und der Ländergier der Nachbarn zerstückelt und 3000 Qnadrat-meilen davon losgetrennl, wovon der größte Theil an Oesterreich(Galizien) und die übrigen an Rußland und Preußen fielen (1773).Dadurch wurde äußerlich der Zusammenhang unter den Chaßidäernaufgehoben und die getrennten Glieder von der Gesetzgebung oderWillkür der verschiedenen Regierungen abhängig.
Indessen dieser Sturm warf sie nicht nieder; sie blieben auf-recht und machten auch nicht den geringsten Versuch, sich den Gegnern(NitbnuAäim) unterwürfig zu zeigen. Im Gegentheil, der Kampf gabihnen mehr Schwung und Rührigkeit. Um den Bann kümmertensie sich nicht viel; diese, seit dem Streit für und gegen JonathanEibeschütz stumpf gewordene Waffe verwundete nicht mehr. Die bereitsauf 50000—60000 angewachseueu Chaßidäer gruppirten sich zu kleinenGemeinden mit einem Leiter, der den Namen Rebben führte. IhreWanderprediger Elimelech aus Lysensk(starb 1786), Jakob JosephKohen (starb um 1790), Nah um aus Tschernobyl ermuthigten dieeinzelnen Gemeinden zum Ausharren und die Verfolgungen als wohl-thätige Prüfungen über sich ergehen zu lassen. Der Zusammenhangder Gruppen unter einander wurde dadurch erhalten, daß ein Ober-haupt aus der Nachkommenschaft Beer Mizricz' an die Spitze, alsHaupt-Zaddik, gestellt wurde, dem die verschiedenen Rebben scheinbaruntergeordnet waren und von ihrer Einnahme einen Theil zufließenlassen mußten. Der erste Ober-Zaddik Abraham, Beers Sohn, wirdvon den Chaßidäern als Ausbund aller Heiligkeit gerühmt und mitdem Beinamen „der Engel" (ha-Malach) benannt; aber er warunbedeutend; um so eher konnten ihn die übrigen Häupter anerkennen.Dem möglichen Abfall der Einfältigen durch die von Wilna aus gegensie geschleuderte Anklageschrift begegneten die Oberen durch die Ver-