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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Elia Wilna.

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In Wilna hatten sich nämlich ebenfalls Neuchaßidäer oderKarliner eingeschlichen und heimlich einStübel" sür ihr Polter-gebet eingerichtet. Ein znm vertrauten Kreise des Oberhauptes ge-hörender Mann, Namens Jsser, und ein Sendbote, Namens Mendelaus Minsk, hatten den Aussatz dorthin eingeschleppt und mehrereWilnaer Gemeindemitglieder damit angesteckt, unter Anderen auch denPrediger Chajjim. Ihre Zusammenkünfte, ihr Treiben und ihr Ge-spötte über die Talmudbeflissenen wurden indeß verrathen. Die ganzeGemeinde war dadurch in große Aufregung gerathen. Ganz besonderswar sie erbittert darüber, daß sich die Karliner erfrecht hatten, vondem allverehrten Elia Wilna zu sagen:Er sei, wie seine Be-schäftigung und sein Glaube, eine Lüge." Der Vorsteher und dasRabbinat traten sofort zur Berathung zusammen. Das chaßidäischeConventikel wurde auseinander gejagt, Untersuchungen wurden ange-stellt und Verhöre vorgenommen. Was ergab sich? Wenig und viel.Schriften wurden bei den Chaßidäern gefunden, welche die Grund-sätze enthielten, daß man die Traurigkeit meiden müsse, selbst bei derReue über vergangene Sünden. Doch die Aenderung des Gebetesund die respektwidrigen Aeußerungen gegen die Rabbinen gaben amMeisten Aergerniß. Elia Wilna, welcher, obwohl Privatmann, zuallen Berathungen zugezogen wurde und bei den Beschlüssen maßgebendwar, dessen Wort mehr galt, als das des Rabbiners Samuel, nahmdie Sache sehr ernst. Er sah in der chaßidäischen Verwirrung eineFortsetzung der frankistischen Ausschweifung und Verworfenheit unddrang daher auf exemplarische Bestrafung. Der sonst milde und sanfteMann gerieth förmlich in Fanatismus. Der Prediger Chajjim wurdeseines Amtes entsetzt, zeigte Reue und bat Elia Wilna um Verzeihung.Finster antwortete dieser ihm:Der Angriff auf meine Ehre sei Dirverziehen, aber der Angriff auf die Ehre Gottes und die Thorakann Dir und Deinen Genossen bis in den Tod nicht verziehen werden.Für Ketzer giebt es keine Buße." Der Verführer Jsser sollte nachElias strengem Urtheil an den Pranger gestellt werden; aber die Vor-steher verfuhren milder. Sie legten ihn bloß am Sabbat, im Beiseinder ganzen Gemeinde, in den Bann, sperrten ihn ein, geißelten ihnund verbrannten die Vorgefundenen chaßidäischen Schriften am Pranger(Ans. Mai 1772). Darauf richtete das Rabbinat und der Vorstand,im Verein mit Elia Wilna, ein Sendschreiben an sämmtliche großeGemeinden, mit der Aufforderung, ein scharfes Auge ans die Chaßidäerzu haben und sie in den Bann zu legen, bis sie von ihren Verkehrt-heiten lassen würden. Mehrere Gemeinden folgten dem Beispiele

pünktlich. In Brody wurde zur Meßzeit, während der Anwesenheit