und Minsk bis nach Wilna und Brody ans. Doch verfuhren sieAnfangs vorsichtig. Sobald mindestens zehn znsammentrafen. suchtensie sich ein Betzimmer (Stübel) aus, trieben dort ihr Wesen und suchtenneue Anhänger anzuwerben, aber Alles mit vieler Klugheit, um nichteher entdeckt zu werden, als bis sie festen Fuß gefaßt hatten. InLitthauen war ihre Art noch nicht bekannt, und so erregten sie anfangskeinen Verdacht. Indessen verriethen sie sich doch in Szklow; dasRabbinat stellte eine Untersuchung an, und ihre Aenderung desSynagogen-Ritus genügte, sie für schuldig zu befinden und zu ver-urtheilen. Es traf aber nur die Wenigen in diesem Städtchen: dieVerbindungen derselben mit einem zahlreichen Orden, der von einemOberhanpte geleitet wurde, scheint in Szklow nicht beachtet wordenzu sein. Erst in Wilna erhob sich ein Sturm gegen die Chaßidäer,der sie zu Boden warf, und es gehörte dazu ihre ganze Zähigkeitund ihre Geschicklichkeit, sich todt zu stellen, um nicht davon anfge-rieben zu werden.
Der heftige Kampf gegen sie ging von einem Manne aus, derwährend seines Lebens und über das Grab hinaus segensreich wirkte,und der, wenn er wie Mendelssohn in einer günstigeren Umgebunggelebt hätte, für die Verjüngung seiner Stammesgenossen hätte wirkenkönnen. Elia Wilna (geb. 2. April 1722, starb 10. October 1797Z,dessen Name noch heute von den litthauischen Juden unter der Be-zeichnung „der Gaon" mit Ehrfurcht und Liebe ausgesprochen wird,war eine seltene Ausnahme unter den polnischen Inden, von lauterstemCharakter und hoher Begabung, die er nicht für Verkehrtheiten miß-brauchte. Es genügt, um seinen Charakter ins Licht zu setzen, daßer bei seiner umfassenden und tiefen Talmudgelehrsamkeit kein Rabbinatannehmen mochte, im Gegensatz zu seinen Standesgenossen in Polen,die meistens Stellenjäger waren und sich durch Schliche Rabbinats-sitze erwarben. Bei der außerordentlichen Fruchtbarkeit seiner Federans vielen Gebieten des jüdischen Schriftthums, hat er bei seinem Lebennichts veröffentlichen lassen, im Gegensätze zu seinen Standesgenossen,die, um sich einen Namen zu machen und ihre Einfälle gedruckt zusehen, kaum das Trockenwerden ihrer Schreibereien erwarten konnten.In seiner Selbstlosigkeit verwirklichte Elia Wilna das Ideal, das derTalmud von einem Lehrer des Jndenthums anfstellt, daß ein Solcher„die Lehre weder als Krone gebrauchen sollte, um sich damit zu schmücken,noch als Scheit, um damit zu graben." Bei der Ueberlegenheit
st Seine Biographie enthalten i.nHu von Josua Heschel, Wilna1856 und Finn >i'ip, S. 133 f. sVgl. Steinschneider 6. D. Nr. 4975
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