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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

zehnte früher beim Erscheinen des Lessing'schen DramasDer Jude"behauptet: ein edler Jude sei eine poetische Unmöglichkeit (o. S. 36s.Die Erfahrung hatte ihn zwar durch Mendelssohn und andere CharaktereLügen gestraft; aber ein deutscher Professor darf sich nicht geirrt haben.Michaelis blieb dabei stehen: die Juden wären eine unverbesserlicheRasse. Die Hälfte aller Spitzbuben und Hehler wären in DeutschlandJuden. Diese bildeten ungefähr ^5 der Gesammtbevölkerung, folglichwäre ein Jude 25 Mal lasterhafter als ein Deutscher! Bald ver-urtheilte er die Juden von theologischem, bald von politischem Gesichts-punkte ans. Die Absicht der mosaischen Gesetze sei gewesen, die Judenals ein von anderen Völkern abgesondertes Volk zu erhalten und darumdürfe die Christenheit ihnen nicht die Fesseln lösen *). Sie sehntensich nach dem gelobten Lande; darum. Dies der GottesgelehrteMichaelis. Der Politiker wiederum: die Juden vermehrten sich vielzahlreicher als die Christen, und durch die Einbürgerung der Judenwerden die deutschen Bürger gar abnehmen und verdrängt werden 2 ).Gute Soldaten könnten sie nie werden; ihr Gesetz, ihre Gewohnheit,Alles stünde dem entgegen. Diese Behauptung zieht sich durch Michaelis'lange Abhandlung doch dieses kann ihm als Kurzsichtigkeit ver-ziehen werden. Aber unverzeihlich ist es, wenn er mit Eisenmengerbehauptet: Die Juden schwüren falsche Eide^). Man weiß nicht, obman es als Gefühllosigkeit, oder Bosheit auslegen soll, wenn Michaeliszu sagen wagte:Mich dünkt, hier (in Deutschland), haben sie (dieJuden) schon Alles, was sie nur wünschen könnten, und ich weißnicht, was er (Dohm) selbst noch Hinzuthun wollte. Medicin, Philo-sophie, Physik, Mathesis sind ihnen ja auf keine Weise verschlossen, und angestellt sollen sie ja nicht werden" ^). Selbst weiter Schutz-geld von den Inden zu nehmen, nahm er in Schutz.

Man kann nicht sagen, daß Michaelis' judenfeindliche Abhand-lung den Juden für den Augenblick geschadet hat; denn auch ohnediese würden sie die deutschen Fürsten und Völker nie eingebürgerthaben, wenn der gebieterische Gang der Geschichte sie nicht dazu ge-zwungen hätte. Nicht einmal Friedrich der Große, den Dohm eigent-lich bei Abfassung seiner Schrift im Auge hatte, gewährte ihnen diegeringste Erleichterung. Ein Gesuch, das Ephraim Beitel der Ne-gierung überreichte, daß die Inden mindestens zu Handwerken zuge-

1) Das. S. II.

2 ) Das. S. 16.

Das. S. 2l.

-y Das. S. 2g f.