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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

Denn wie sollen sie es anders machen, nm leben zu können? woheranders ihre schweren Abgaben bestreiten")? Diez, Dohms liebens-würdiger Freund, einer der edelsten Männer jener Uebergangszeit,später Preußischer Gesandter am türkischen Hofe, glaubte, daß Dohmviel zu wenig für die Juden verlangt hätte:Sie sagen sehr wahr",bemerkte er,daß die itzige sittliche Verdorbenheit der Juden eine Folgedes Druckes ist, worin sie leben. Aber zur Kolorirung des Gemäldesund zur Milderung der Vorwürfe gegen die Juden würde auch eineSchilderung der sittlichen Verdorbenheit der Christen sehr nützlich ge-wesen sein; diese ist gewiß nicht geringer als die jüdische und vielmehrderen Ursache"-). Johannes von Müller, der künstlerische Ge-richtsschreiber der Schweizer, der tiefe Kenner der Geschichte überhaupt,der auch für die glorreiche jüdische Vergangenheit Bewunderung hegte,lobte Dohms Bestrebungen für die Juden und gab ihm aus denSchätzen seines Wissens neue Beweise an die Hand, wie die Judenim Mittelalter ungerecht und lieblos verfolgt wurden, und daß sienur durch unerträglichen Druck verkümmert sind. Er wünschte, daßMaimunis Schriften,welcher der Luther der Juden gewesen ist",in eine der europäischen Sprachen übersetzt würden^).

An Gegenschriften fehlte es natürlich auch nicht. Besondersbemerkbar machte sich eine in Prag erschienene Schmähschrift:Ueberdie Unnützlichkeit der Juden im Königreich Böhmen und Mähren",worin der Verfasser sich in gemeinen Schimpfworten gegen die Judenerging und alle Anschuldigungen gegen sie von Brnnnenvergiftung,Aufruhr und lügenhaften Anlässen zur Vertreibung derselben wiederauffrischte. Die Schmähschrift war so aufreizend angelegt, daß KaiserJoseph sie verbieten ließ (2. März 1782 st. Ein giftiger Gegnerder Juden war in dieser Zeit Friedrich Traugott Hartmann.Warum? Weil er von einigen Trödeljnden um einige Groschen ge-prellt worden war st. Indessen gerade wegen ihrer Giftigkeit schadetendie Schriften den Juden weniger. Einen dichteren Schatten warfen

st Dohm, a. a. O. II, S. 89.

2) Das. II, S. 115. Die Chiffre v bedeutet Diez, der auch eine selb-ständige Schrift zu Gunsten der Juden veröffentlicht hat, Dessau 1783.

st Das. S. 116118. Die Chiffre 21 bedeutet Müller. Vgl. auch Joh.v. Müllers Briefe an seine Freunde, Brief an Dohm, cl. ä. 13. Febr. 1782.

st Vollständige Sammlung der Gesetze Josephs II., Nr. 91. Das Verbotwurde indeß wieder zurückgenommen 9. März; das. Nr. 101.

st vsnina, krasse litteruirs, Artikel Hartmann. Lr. llurtinunn uvuitpent-stre uns untre pussion ü satiskuirs, en eorivunt oontrs Iss Iniks. Ilsn uvuit ste äups guslguskois, et II uva.it äejü sorit oontrs sux äessutires, quäl intitnlu: HiervAl spliss.