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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Dohms Schutzschrift.

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dem Staate weniger nützlich sein, weil sie aus Asien abstammen, sichdurch Bart, Beschneidung und eigene Gottesverehrung auszeichne»?Ja, wenn diese jüdische Religionsform schädliche Grundsätze enthielte,dann wäre die Ausschließung und Verachtung gerechtfertigt; aber demist nicht so.Nur der Pöbel, der sich selbst für erlaubt hält, einenInden zu hintergehen, giebt ihm schuld, daß er nach seinem Gesetzefremde Glaubensgenossen betrügen dürfe, und nur verfolgende Priesterhaben Märchen von den Vorurtheilen der Inden gesammlet, die nurihre eignen beweisen. Das Hauptbuch der Inden, das Gesetz Mosis,wird auch von Christen mit Ehrfurcht betrachtet").

Die Regierungen müßten sich bemühen, die allgemeine Aufklärungder Inden und ihre von der Religion unabhängige Sittlichkeit zufördern. Der Jude ist noch mehr Mensch als Jude. Würde erden Staat nicht lieben, wenn dieser dasselbe Maaß für ihn wie fürdie Bekenner einer andern Religion hätte? 2). Sind doch auch dieQuäker und Mennoniten, obwohl sie Krieg und Eidesleistung scheuenund sich durch die Tracht von Andern trennen, gute und nützlicheBürger! Die Juden waren im römischen Reiche bei ausgedehnterFreiheit gute Unterthanen^). Man sagt aber: der Charakter undGeist der jetzigen Inden sei ,so unglücklich gebildet, daß sie nicht indie bürgerliche Gesellschaft mit völlig gleichen Rechten aufgenommenwerden können. Den Haß, womit die Vorfahren Jesum verfolgthatten, hegten sie noch gegen dessen sämmtliche Bekenner; sie seiendaher schädliche Menschen. Allein hierbei nimmt man durch ein fehler-haftes Schließen die Wirkung für die Ursache. Diese vorausgesetzteVerderbtheit der Juden zugegeben, sei sie doch nur eine nothwendigeund natürliche Folge ihrer drückenden Verhältnisses.

Wie kann man Tugend von den Juden erwarten, wenn manihnen keine zutraut? Wie ihnen Vergehungen vorwerfen, die man siezu begehen zwingt, da man ihnen keinen schuldlosen Erwerb gestattet,sie mit Abgaben erdrückt?Denkt Euch selbst einmal, Ihr Weisenund Edlen, recht lebhaft in eine Lage hinein, wo Euch Laster zur Noth-wendigkeit gemacht wäre, und seht wie Eure Tugend Wanken wird.Nehmt noch weg, was Erziehung und feineres Gefühl in Euch ge-bildet haben, verlöscht die große Empfindung der Ehre- und sehtwie sie schwindet ö). Ein Fehler der Regierungen war es, daß sie die

st Dohm, das. S. 15 f.st Das. S. 28 t.st Das. S. 3, f.st Das. S. 32 f.st Das. S. 36.