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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

mit seinem Bestreben für die Befreiung der Inden. Denn geradediejenigen Umstände, welche zu ihren Gunsten sprechen sollten: ihreVerständigkeit und Rührigkeit, ihre Mittlcrschaft für eine reine Lehreüber Gott und Sittlichkeit an die christlichen Völker und ihr alterAdel, diese Umstände gereichten ihnen zum entschiedensten Nachtheil.Ihr verständiges und geschäftiges Wesen wurde ihnen als Schlauheitund Beutesucht, das Pochen auf den Ursprung ihrer Lehre als An-maßung und Unglaube und ihr alter Adel als Hochmuth ausgelegt.Es kann daher nicht überschätzt werden, welch ein Heldenmut!) dazuerforderlich war, trotz der vielfachen Vornrtheile und Gehässigkeitengegen die Juden unter allen Klassen der christlichen Gesellschaft, ihnendas Wort zu reden.

Dohm ließ bei seiner Apologie, wie schon angedentet, den reli-giösen Gesichtspunkt außer Angen und betonte lediglich die politischeund volkswirthschaftliche Seite der Frage. Er ging davon aus, daßdie Ueberzengung überall dnrchgedrungen sei, daß das Wohl derStaaten auf der fortschreitenden Zunahme der Bevölkerung beruhe.Daher wenden manche Regierungen große Summen an, um neueBürger aus fremden Ländern herbeizuziehen. Nur in Betreff derJuden wird eine Ausnahme gemacht.Fast in allen Theilen vonEuropa zielen die Gesetze und die ganze Verfassung des Staatesdahin ab, so viel wie möglich zu verhindern, daß die Zahl jenerunglücklichen, asiatischen Flüchtlinge vermehrt werde. Der Aufenthaltwird ihnen entweder ganz versagt oder nur um einen gewissen Preisfür eine kurze Zeit gewährt. Eine große Menge Juden findet daherdie Thore aller Städte für sich verschlossen, wird von allen Grenzenunmenschlich zurückgewiesen, und ihr bleibt nichts übrig, als zu ver-hungern oder durch Verbrechen sich des Hungers zu erwehren. JedeZunft würde sich entehrt glauben, wenn sie einen Inden zu ihremGenossen aufnähme; daher ist der Hebräer fast in allen Ländern vonden Handwerken und mechanischen Künsten ausgeschlossen. Nur seltenenGenies bleibt bei so vielen niederdrückenden Umständen noch Muthund Heiterkeit, sich zu den schönen Künsten und Wissenschaften zu er-heben. Und auch diese seltenen Menschen, die darin eine hohe Stufeerreichen, so wie die, welche durch untadelhafte Rechtschaffenheit derMenschheit Ehre machen, können nur bei Wenigen Achtung erwerben;bei dem Haufen machen auch die ausgezeichnetsten Verdienste desGeistes und Herzens den Fehler nie verzeihlichJude zu sein".Welche Gründe können wohl die Regierungen der europäischen Staatenbewogen haben, so einstimmig in dieser Haltung gegen die jüdischeNation zu sein? fragte Dohm. Sollten wohl fleißige und gute Bürger