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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Jude».

Trennung der Religion zu mildern und in die Brust des Israelitenwie Christen das Gefühl des Bürgers anzufachen nicht gewußt haben.Wir haben zu den ungeselligen Gesinnungen beider Parteien dasMeiste beigetragen *).

Dohm warf darauf einen Rückblick auf die Geschichte der Jude»in Europa, wie sie in den ersten Jahrhunderten im römischen Reichedas volle Bürgerrecht genossen haben und also dessen würdig gewesensein müssen, wie sie zuerst von den Byzantinern und dann von dengermanischen Barbaren, besonders von den Westgothen in Spanien,zu Rechtlosen herabgedrückt worden sind 2). Aus dem römischen Reichebrachten Juden mehr Cultnr hinüber als die herrschenden Nationenbesaßen; sie wurden nicht durch rohe Fehden verwildert, nicht durchMönchsphilosophie und Aberglauben aufgehalten. In Spanien warbei ihnen und den Arabern eine bedeutendere Cultur als in demchristlichen Europas. Er geht dann die falschen Anschuldigungenund Verfolgungen gegen die Juden während des Mittelalters durch,welche die Christen als grausame Barbaren, die Juden dagegen alsverklärte Märtyrer erscheinen lassen^). Nachdem er die Stellung derJuden in den verschiedenen Staaten beleuchtet hat, schloß er dieSchilderung mit den Worten:Diese der Menschlichkeit und der Politikgleich widersprechenden Grundsätze, welche das Gepräge der finsternJahrhunderte, in denen sie entstanden, noch so merklich bezeichnet, sindder Aufklärung unserer Zeit unwürdig und verdienen schon längst nichtmehr befolgt zu werden. Unseren fest gegründeten Staaten müßte jederBürger willkommen sein, der die Gesetze beobachtet und durch seinen Fleißden Reichthum des Staates vermehrt Auch der Jude hat auf diesenGenuß, auf diese Liebe Anspruch. Seine Religion macht ihn derselbennicht unwürdig, da er bei der strengsten Befolgung derselben ein sehrguter Bürger sein kann. Wenn ihn die Drückung, in der er Jahr-hunderte gelebt, sittlich verderbter gemacht hat, so wird eine gerechtereBehandlung ihn wieder bessern. Es ist möglich, daß manche Fehlerso tief gewnrzelt sind, daß sie erst in der dritten oder viertenGeneration ganz verschwinden. Aber dies ist kein Grund, bei derjetzigen Reform nicht anzufangen, weil ohne sie die gebesserte Gene-ration nie erscheinen würde"

U Das. S. 39 s.") Das. S. 42 f.°) Das. S. 56 f.*) Das. S. 6t f.") Das. S. 91 s.