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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
Entstehung
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Hilfe erflehten. Ihre Vertreter (Cerf Beer?) arbeiteten eine Denkschriftfür den Staatsrath über die gegen sie bestehenden unmenschlichen Ge-setze aus^) nnd machten Vorschläge zur Verbesserung ihrer Lage.Sie fühlten aber, daß diese Denkschrift der Art abgefaßt sein müßte,daß sie auch auf die öffentliche Meinung wirken könnte, die damalsschon eben so mächtig wie der König war. Aber in ihrer Mittebefand sich kein Mann von Geist und Fähigkeit, eine anziehende Dar-stellung auszuarbeiten.

An wen konnten sie sich anders wenden, als an Mendelssohn,auf deu damals bereits die europäischen Juden, als auf ihren starkenVorkämpfer und Helfer in der Noth, blickten? Ihm sandten daherdie Elsässer Inden oder vielleicht Cerf Beer, welcher mit Mendels-sohn in Verkehr stand, das nöthige Material zu und baten ihn, ihrerSchutzschrift die rechte Feile und eine eindringliche Form zu geben.Mendelssohn hatte zwar keine Muße nnd vielleicht auch keine Ge-schicklichkeit dazu. Aber er hatte glücklicher Weise zur selben Zeiteinen neuen Freund nnd Bewunderer gefunden, der vermöge seinerKenntnisse und seines Amtes am besten im Stande ivar, eine solcheDenkschrift zu gliedern. Christian Wilhelm Dohm (geb. 1751,starb 1820) war kurz vorher wegen seiner gründlichen Geschichts-kenntnisse von Friedrich dem Großen mit dem Titel Kriegsrath amArchiv angestellt worden. Wie alle strebsamen Jünglinge und Männrrdamaliger Zeit, welche Berlin berührten, hatte auch Dohm den jüdischenPhilosophen, der damals bereits auf der Höhe seines Ruhmes stand,ausgesucht und wie Alle, die in Mendelssohns Kreis kamen, sich vondessen geistvoller, milder Persönlichkeit und weiser Gesinnung ange-zogen gefühlt. Er gehörte während seines Aufenthaltes in Berlin zuden regelmäßigen Besuchern des Mendelssohn'schen Hauses, welche an

Dohm sagt (a. a. O. S. 80) iDem Verfasser ist ein im vorigen Jahre(also 1780) dem königl. Staatsrath von der elsässischen Judenschaft vorgeleg tesAsmoirs zu Händen gekommen". Genauer giebt Dohms Biograph Gronau(Chr. W. Dohm nach seinem Wollen und Handeln, S. 84) das Sachverhältnißan.Die nähere, jedoch nicht unmittelbare Veranlassung dazu (zur Abfassung.der Schrift: Die bürgerliche Verbesserung der Juden) rührte von Mendelssohnher. An diesen hatten sich nämlich Elsässer Juden wegen Entrversting einesAsmoirs gewendet, welches dem französischen Staatsrath vorgelegtwerden solle. Alle Materialen dazu waren mitgethsilt worden. Mendelssohnberedete Dohm, an der Redaktion dieser Denkschrift Theil zunehmen." Das bei Dohm a. a. O. angehängte illemoirs war demnach nochnicht von den Juden dem Staatsrathe übergeben worden, sondern sollte inBerlin erst die letzte Feile erhalten, um vorgelegt werden zu können, um einenerwünschten Eindruck zu machen. Das illemoirs bei Dohm im Anhänge scheinterst im Zustande des Brouillon gewesen zu sein.