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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Schriften für und gegen die Juden.

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hebräischen Mterthums an. Er richtete (nach damaligem Brauch:jüdische, chinesische, Persische Briefe zu schreiben) ebenfallsjüdischeBriefe" angeblich von portugiesischen und deutschen Juden an Voltaire,die gut gemeint, aber schlecht gehalten sind. Sie wurden vielfach ge-lesen und trugen dazu bei, für die Juden und ihre Sache dieöffentliche Meinung gegen Voltaires Gehässigkeiten zu gewinnen. Sieverfehlten auch nicht, ihm vorzuhalteu, daß er wegen Geldverlustesbei einzelnen Juden den ganzen Stamm mit seinem Zorn verfolgte ^).Auch diese für die Juden günstige Flugschrift, weil in der damalsbeliebten französischen Sprache geschrieben, wurde vielfach gelesen, be-sprochen und fand einen günstigen Wiederhall in den Gemüthern.

Das Großthun der Portugiesischen Juden rief aber auch einegewisse Feindseligkeit gegen sie hervor. Es erschien (1767) in Frank-reich eine aufreizende Schrift.:Gesuch der Kaufmannszünfte gegendie Zulassung der Juden zu deren Gerechtsamen", welche besondersgegen die Portugiesen von Bordeaux gerichtet war. Es wurde ihnenvorgeworfen, daß sie ihre alten Privilegien, auf die sie sich so sehrsteiften, gewissermaßen gefälscht hätten. Denn die sie begünstigendenUrkunden von Heinrich II. und den folgenden französischen Königenhätten nicht ihnen, sondern lediglich Nenchristen gegolten, welche, ausPortugal eingewandert, sich in Guienne niedergelassen hatten. Sieaber wären Juden, und als solche dürften sie in Frankreich, das sieseit mehreren Jahrhunderten ausgewiesen hat, gar nicht geduldetwerden. Gelegentlich wurden auch gegen sie die alten Anschuldigungenvom Gottesmorde, von Hostienschändung und von systematischem Christen-hasse aufgewärmt. So wurden die portugiesischen Juden gemahnt, daßsie zu voreilig sich von den übrigen Juden losgesagt und sich eineunnahbare Ausnahmestellung beigelegt haben. Der Geist der Unduld-samkeit, der lange noch nicht gebannt war, betrachtete sie doch nochimmer als eins mit ihren anderweitigen Religionsgenossen. DieseSchmähschrift wurde in mehreren Zeitungen abgedruckt. Da die Judenaber bereits Männer von Bildung in ihrer Mitte hatten, so konntensie die gegen sie geschleuderte Gehässigkeit zurückweisen. RodriguesPereira erließ ein Sendschreiben (4. September 1767^), um sie, be-

*) Pintos Lstlsxions oritignss 8ur Is Premier obapitrs än VIl>° tomsäs8 osnvrsa äs Lr. äs Voltaire, llmstsräani 1762. Usttrs8 äs gnelguea äniksxortn§ai8 st allsmanäs ä Lr. äs Voltairs 1769, denen später Pintos Broschürebeigedruckt wurde. Vgl. über diese Streitschriften und Voltaires Verhaltendagegen Frankels Monatsschr. Jahrgang 1868, S. 268 f.

") Vgl. 6armol^, Usvns orientale III, p. 2L1. Usttrs sireulairs äs äaeobUsrsirs eonoernant la regnßts äö8 marsbanäs äs Uari8 oontrs l'aämiseion äs8