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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

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Jahrhunderte und besonders der Nachwelt Genugthuung schuldig,welche sich auf dessen Autorität berufen dürfte, um gegen ein allzuunglückliches Volk zu wüthen und es zu zerschmettern.

Indessen war es, wie schon gesagt, Piuto nicht so sehr darumzu thun, die Gesammtjudenheit gegen Voltaires rachsüchtige Anschul-digung zu rechtfertigen, als vielmehr nur seine engern Stammesgenossen,die portugiesischen oder sephardischen Juden in ein günstigeres Lichtzu stellen. Zu diesem Zwecke höhlte er eine förmliche Kluft zwischenihnen und den auderssprachlichen, namentlich deutschen und polnischenJuden aus. Er behauptete mit großer Ucbertreibung, daß, falls einsephardischer Jude in England oder Holland eine deutsche Jüdinheimführen würde, er von den Seinigen aus der Gemeinschaft aus-geschlossen werden und nicht einmal auf ihrem Begräbnißplatz eineRuhestätte finden würde. Das käme daher, daß die portugiesischenJuden von den edelsten Familien des Stammes Juda ihre Abkunftherableiteten, und diese Abstammung sei für sie von jeher in Spanienund Portugal ein Antrieb zu großen Tugenden und ein Schutz vorLaster und Niedrigkeit gewesen. Man fände daher bei ihnen keinesder Verbrechen oder Vergehen, deren sie Voltaire beschuldigte; siehaben nie gewuchert, sich nicht an den Christen bereichert. Im Gegen-theil, den Staaten, die sie ausgenommen, hätten sie Reichthümer zu-geführt, besonders Holland. Die deutschen und polnischen Juden da-gegen gab Piuto so ziemlich Preis. Er entschuldigte allerdings ihrnicht sehr ehrenhaftes Gewerbe und ihr verächtliches Auftreten niitden gehäuften Leiden, der Knechtung und Demüthigung, die sie er-duldet haben und noch erduldeten. Von der jüdischen Vergangenheithatte Piuto selbst keine rechte Vorstellung, um deren Lichtseiten gegenVoltaires Grau in Grau gemalten Schattenseiten hervortreteu lassenzu können. Er erlangte übrigens, was er gewünscht hatte. Voltairemachte in einem Antwortschreiben ihm und den portugiesischen JudenKomplimente, gestand ein, daß er Unrecht gethan habe, auch überdiese den Stab zu brechen, fuhr aber nichts desto weniger fort, dasganze jüdische Alterthum zu begeifern.

Pintos Schutzschrift machte ein gewisses Aufsehen. Die öffent-lichen Blätter, französische und englische, beurtheilten sie günstig undnahmen sich der Juden gegen Voltaires Verdammungsurtheil au.Sie tadelten aber auch Pintos Verfahren, daß er zu Parteiisch fürdie portugiesischen und gegen die deutschen und Polnischen Judenaufgetreten war und sie wegen des Benehmens Einzelner in Bauschund Bogen, fast wie Voltaire, verurtheilt hatte. Ein katholischerPriester (Professor) nahm sich unter jüdischer Maske des geschmähten