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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

Pereira wurde später königlicher Dolmetscher und Mitglied der könig-lichen Gesellschaft für Wissenschaften i» London. Die portugiesischeGemeinde von Bordeaux hatte ihn zu ihrem Sachwalter *) in Parisernannt, nm durch ihn ihre Beschwerden erledigen zu lassen und ihreWünsche durchzusetzen. Dieser von Mitleid für Unglückliche bewegteMann gab sich ebenfalls aus Genossenschafts-Egoismus dazu her,seine deutschen und avignonensischen Religionsgenossen unglücklich zumachen. Den Auftrag, den er erhalten hatte, jenes harte Statur vonLudwig XV. genehmigen zu lassen, führte er allzngewissenhaft aus.Aber in der zerfahrenen Regierungsweise dieses Königs und Hofeslag zwischen Befehl und Handhabung von Gesetzen eine weite Kluft.Die höheren Beamten konnten jedes Gesetz umgehen oder hinaus-schieben. Die Ausweisung gegen die Juden deutscher und avignonenserAbstammung in Bordeaux lag in den Händen des Gouverneurs,Herzogs von Richelieu. Diesen wußte Isaak Pinto, da er mit ihmbefreundet war, zu gewinnen. Richelieu erließ einen dringlichen Befehl(November 1761) daß sämmtliche fremde Juden innerhalb vierzehnTagen aus Bordeaux ausgewiesen werden sollten. Eine schonendeAusnahme wurde nur gemacht zu Gunsten zweier alter Männer undFrauen, welche den Mühsalen der Vertreibung erlegen wären, undeines um die Stadt verdienten Mannes (Jakob de Perpignan). Alleklebrigen wurden ins Elend gestoßen, das ihrer um so gewisserwartete, als es den Juden verboten war, sich irgendwo in Frankreichniederzulassen, und die Landstriche und Städte, 'wo- solche wohnten,keine neuen Zuzügler aufnahmen. Welch'- ein 'Abstand zwischen demdeutschen Juden Moses Mendelssohn und d'en portugiesischen IsaakPinto und Rodrigues Pereira, die man damals als gleichwürdig neben! einander stellte! Jener fand keine Ruhe, bis er vermöge seines Ein-/ flusses seinen unglücklichen Stammesgenossen Hilfe brachte oder wenigstens! Trost spendete. Den Juden in der Schweiz, welche nur in zweikleinen Städten geduldet wurden und dort auch so geknechtet werdensollten, daß sie hätten aussterben müssen, verschaffte Mendelssohn eine,wenn auch geringe Erleichterung vermittelst seines Gegners Lavater.Aus Dresden sollten mehrere Hundert Juden verbannt werden, weilsie nicht im Stande waren, die ihnen aufgelegte Persouensteuer zuleisten. Durch seine Vermittelung bei einem seiner vielen christlichenVerehrer, dem Cabiuetsrath von Ferber, erhielten die Unglücklichendie Erlaubniß, in Dresden zu bleiben. Einem des Diebstahls un-gerechterweise verdächtigten und in Leipzig eingekerkerten talmudisch-

^ASnt äs ia Nation xortu§aiss ä Uaris wird er in Urkunden undanderen Schriften genannt.