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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Isaak Pereira.

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sebstsüchtigen Trieb geleitet, gaben sie sich die größte Mühe, die zuge-wanderten deutschen und avignonensischen Juden ans der Stadt weisenzu lassen, mit Berufung auf das alte Edikt, daß Juden in Frank-reich nicht wohnen dürften. Aber die Ausgewiesenen wußten sich denSchutz einflußreicher Hofpersonen zu verschaffen und Erlanbniß zuweiterem Aufenthalt durchznsetzen. Durch die Nachsicht der Behördenhatten sich bereits 152 fremde Juden in Bordeaux angesammelt, vondenen einige bei Hofe oder in der Stadt beliebt waren. Das war denPortugiesen ein Dorn im Auge, und um dem Zuzug Fremder eut-gegenznwirken, vereinbarten sie (1760) ein Gemeindestatut unter ein-auder von der engherzigsten Art gegen ihre anderweitigen Glaubens-genossen. Sie brandmarkten von vornherein alle fremden Judennicht-portugiesischen Ursprungs als Landstreicher und Bettler, die ihnen,den Reichen, zur Last fielen. Sie verläumdeten dieselben, daß siedurchweg ein ehrloses, betrügerisches Gewerbe betrieben und nahmensolchergestalt die Bürgerschaft und die Behörden gegen sie ein. Lautihrem Statut sollte es den portugiesischen Juden oder ihrem Vorstandanheimgestellt bleiben, solche fremde Inden oderLandstreicher" inner-halb dreier Tage aus der Stadt bringen zu lassen. Dieses harte undherzlose Statut mußte zunächst vom König (Ludwig XV.) bestätigtwerden. Es war nicht allznschwer bei diesem von Weibern undHöflingen beherrschten König auch das Unmenschlichste durchzusetzen.Ein Freund und Stammesgenosse Isaak Pintos übernahm die Sorge,dieses Statut vom Hofe genehmigen zu lassen.

Es mar Rodrigues (Jakob) Pereira (geb. in Spanien 1715,starb in Paris 1780^), Großvater der bedeutenden UnternehmerEmile und Isaak Pereire in Paris). Ein begabter und edler Mann,ein Künstler eigener Art, hatte er einen bedeutenden Namen erlangt.Er war darauf gekommen, eine Zeichensprache für Taubstumme zu er-finden und diese Unglücklichen ein Mittel für ihre Gedaukenäußerungenzu lehren. Er hatte noch als Marrane in Spanien Taubstummeunterrichtet. Liebe zur Religion seiner Ahnen oder Haß gegen dieblutdürstige katholische Kirche, hatten ihn bewogen, das Land derInquisition zu verlassen (um 1740) und mit Mutter und Schwesternach Bordeaux auszuwanderu. Hier hatte er, noch vor dem Abt del'Epäe, die Theorie des Unterrichts für Taubgeborene in einer eigensdazu angelegten Schule so sehr bewährt, daß der König ihm eineBelohnung zukommen ließ, und die ersten Männer der Wissenschaft(d'Alambert, Büffon, Diderot, Rousseau) ihm Lobeserhebungen spendeten.

*) Seine Biographie ist enthalten in Didots: dlonvellss LioKraxbisstzönsralW s. v.

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