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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

schlug nur für die portugiesischen Juden, seine Stamm- und Sprach-genossen, war dagegen gleichgültig und kalt gegerk die Inden deutscherund Polnischer Zunge; er sah auf sie mit jenem verächtlichen Stolzherab, wie vornehme Christen auf niedrige Inden. Gesinnungsadel,,und Rassenhochmuth waren in Pinto innig vermischt. Bei unange-nehmen Händeln, in welche sich die portugiesische Gemeinde von Bor-deaux verwickelt hatte, zeigte er zugleich warmen Eifer nach der einenund Gemüthshärte nach der andern Seite. In dieser blühenden Handels-stadt hatte sich nämlich seit der Mitte des sechszehnten Jahrhunderts Zeine Gemeinde von flüchtigen Marranen gebildet, welche dem Kerkerund Scheiterhaufen der portugiesischen und spanischen Inquisitionentronnen waren. Diese Flüchtlinge hatten bedeutende Kapitalien undUnternehmungsgeist mitgebracht und dadurch Aufenthaltsrecht undPrivilegien erhalten, allerdings lediglich unter dem Namen Neuchristenoder portugiesische Kaufleute. Eine Zeit lang mußten sie sich derHeuchelei unterziehen, ihre Ehen in den Kirchen einsegnen zu lassen.Ihre Zahl nahm allmälig zu; in zwei Jahrhunderten (15501750)war die Gemeinde von Bordeaux auf 200 Familien oder 500 Köpfegestiegen. Die meisten portugiesischen Juden oder Neuchristen vonBordeaux unterhielten bedeutende Bankhäuser oder betrieben Waffen-fabriken, rüsteten Schiffe aus oder unternahmen.überseeische Geschäftein französischen Colonien. Mit dieser Bedeutung als Kauf- undSchiffsherren verbanden sie eine gediegene Ehrenhaftigkeit, tadelloseRedlichkeit in Geschäften, Freigebigkeit gegen Juden und Nichtjudenund eine edelmännische Haltung, die sie aus der Pyrenäischen Halbinsel,ihrem Rabenmutterland, mitgebracht hatten. Dadurch erlangten sieAchtung und Auszeichnung unter den christlichen Bewohnern vonBordeaux, und der französische Hof sowie die hohen Beamten drücktennach und nach die Augen zu und erkannten sie als Juden an 2). Diebedeutende Handelsstadt zog auch deutsche Juden aus dem Elsaß undfranzösische Juden aus dem unter päpstlicher Herrschaft stehenden Ge-biete Avignon an, welche sich durch Geldopfer das Aufeuthaltsrechtverschafften. Darauf waren die portugiesischen Juden eifersüchtig; siefürchteten mit diesen wenig gebildeten, dem Kleinhandel oder Geld-geschäften ergebenen Religiousgenoffen auf eine Linie gestellt zu werdenund dadurch um ihr ehrenvolles Ansehn zu kommen. Von diesem

ff vstebsvsrrzq biotoirs äss Israslitss äs Bordeaux, Bordeaux 1850.

ff Vgl. die Urkunde Ostebsvsrrx x. 73: Bes äuiks äsäitss g-susra-ütss, C 0 M 1 U 8 st stablio eu uotrs Lo^auius 8ou8 tse titrse äs BortuKaio,autrsmeut uouvsaux 6brstisu8 sie. Noch 1761 wurden sie so bezeichnet,das. x. 88.