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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

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Wesen, am eifervollsten gegen die Verdeutschung der Bibel eingenom-men. Aber da Mendelssohn in Hamburg von Seiten seiner FrauVerwandte und überhaupt Verehrer hatte, so konnte daselbst nichtsgegen ihn unternommen werden, und ebenso wenig in Prag, wo esunter den Juden bereits Freidenker gab. Darum wurde Fürth alsder geeignetste Ort angesehen, von wo aus (wohl Juni 1779) dieBannstrahlen gegenMose Dessau's deutschen Pentateuch" ge-schleudert wurden. Allen denen, welche treu zum Judenthum hielten,wurde bei Strafe der Acht verboten, sich dieser Uebersetzung zubedienen.

Indessen wurde der Kampf, der zwischen den Alten und Neuenausbrach, mit ziemlicher Gelassenheit geführt und hat keine hochwogigeBewegung erzeugt. Hätte Jakob Emden damals noch gelebt, so wäresein Eifer heftiger aufgeschäumt und hätte mehr Unruhe erzeugt.Mendelssohn war überhaupt zu uneigennützig, zu milde und philo-sophisch ruhig, um bei der Nachricht von dem Banne gegen seinUnternehmen in Harnisch zu gerathen oder seine christlichen Freundein hoher Stellung für seinen Zweck auszubeuteu und seine Gegnerstumm zu machen. Er war auf Widerstand gefaßt.Sobald ichHerrn Dubno nachgegeben, meine Uebersetzung drucken zu lassen, nahmich meine Seele in die Hände, richtete mein Auge auf die Berge undgab meinen Rücken den Schlägen Preis". Er sah das Spiel dermenschlichen Leidenschaften und des übertriebenen Eifers für dieReligion als eine Naturerscheinung an, welche ein ruhiges Beobachtenverlangt. Er wollte sich diese ruhige Beobachtung durch äußereDinge, durch Drohungen und Verbote, überhaupt durch Eingriffe derweltlichen Macht nicht stören lassen.Vielleicht, daß eine kleineGährung zum Besten der Sache, die mir eigentlich am Herzen liegt,dienlich ist". Er meinte, wenn seine Uebersetzung ohne Widerstandausgenommen worden wäre, dann wäre sie im Grunde überflüssig.Je mehr sich die sogenannten Weisen der Zeit widerstehen, destonöthiger ist sie. Ich habe sie anfangs nur für den gemeinen Mannangelegt, finde aber, daß sie für Rabbiner noch viel nothwendigerist". Von Seiten der Gegner ist aber nichts Nachdrückliches geschehen,um die ihnen so gefahrbringend scheinende Uebersetzung zu unterdrückenund den Urheber derselben zu brandmarken. Nur in einigen polnischenStädten, wie in Posen, Lissa und Wilna wurde sie verboten und sollöffentlich den Flammen übergeben worden seii^). Nur von Seitendes rücksichtslos festen Rabbiners Raphael Kohen war eine Aufregung

st Die Biographie im Eing. zu Ges. Schr.