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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Pentateuch-Übersetzung.

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außerhalb Deutschlands, so viele Anhänger und Verehrer zählte, daß seinUnternehmen mit Freuden begrüßt wurde, welches die Schmach derUnwissenheit in ihrer eignen Welt, und der Sprachverderbniß vonihnen abthnn sollte. Am meisten Teilnehmer fanden sich in Berlinund in Mendelssohns Geburtsstadt Dessau, wo man ihn zu achtengezwungen und stolz ans ihn war; aber auch in Frankfurt a. M.'Königsberg, Kopenhagen, wo sich durch die Milde der dänischenHerrscher eine starke jüdische Gemeinde gebildet hatte, ferner in Wienund Prag fanden sich Abnehmer, weniger in Hamburg-Altona.Auch aus Polen liefen Bestellungen auf die verdeutschte ThoraMendelssohns ein'), meistens aus Wilna, wo damals der halbfrei-sinnige Elia Wilna und die wahnsinnige Verkehrtheit der Neuchaßidäerdie Rückkehr zur heiligen Schrift beliebt gemacht hatten. Als Zeichender Zeit kann es gelten, daß sich auch Christen dabei beteiligten,Professoren, Pastoren, Hofprediger, Consistorialräthe, Hofräthe undExcellenzen. Allerdings waren Mendelssohns christliche Freunde außer-ordentlich rührig, sein Werk zu fördern. Seine und Lessings edleFreundin Elisa Reimarus sammelte selbst Unterschriften dafürst.

So sehr Mendelssohns Bewunderer bei der Nachricht über einePentateuch-Uebersetzung von seiner Hand in einen Freudenrausch ge-riethen, ebenso sehr waren die starren Anhänger des Alten und Ueber-kommenen betrübt darüber. Sie fühlten lebhaft, ohne daß sie sich esklar denken konnten, daß die alte Zeit, die naive Gläubigkeit, welcheunbesehen Alles als Ausfluß einer göttlichen Quelle betrachtet, damitzu Grabe getragen werden würde.

Sobald eine Probe der Uebersetzung st in die Oeffentlichkeit trat,waren die Rabbiner alten Schlages dagegen eingenommen und sannendarauf, den Feind vom Hause Jakob fern zu halten. Zu diesenGegnern gehörten Männer, die nicht bloß vermöge ihrer rabbinischenGelehrsamkeit und ihres Scharfsinns, sondern auch vermöge ihrerlautern Gesinnung dem Jndenthum Ehre machten. Es waren namentlichdrei Polens von Geburt, die für die Wandlung der Zeit ebenso wenigVerständniß hatten, wie für Formenschönheit und Sprachreinheit. DerEine von ihnen, Ezechiel Landau (seit 1752 Oberrabbiner vonPrag, starb 1793) genoß in seiner Gemeinde und außerhalb derselben

st Vgl. das Abonnenten-Verzeichniß im 1. Theile der Mendelssohn'schenPentateuch-Ausgabe.

2) Mendelssohns Brief an Elisa Reimarus bei Kayserling, a. a. O. S. 538.

st Die Probe erschien 1778, verbunden mit Mendelssohns

Uebersetzung der Zionide von Jehuda Halevi.

st Vgl. über die Opposition gegen Mendelssohns Pentateuch. Note 1.