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Geschichte der Juden.
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für die Indens ist eine wahre Schmach seiner Zeit. Der Marquisd'Argent, einer von Friedrichs französischen Hofwitzlingen, welcherin seiner Naivität es nicht begreifen konnte, daß ein so weiser undgelehrter Mann wie Mendelssohn jeden Tag von der brutalen Polizeiaus Berlin ausgewiesen werden könnte, drängte diesen, sich um einSchutzprivilegium zu bewerben, und den König, es ihm zu ertheilen.Es dauerte aber geraume Zeit, bis es ihm im trockenen Kanzleistylbewilligt wurde. Mendelssohn war endlich preußischer Schutzjudegeworden.
Viel mehr Glück machte der philosophische Schutzjude von Berlinmit einer Schrift, für welche seine Zeitgenossen ans allen Klassender Gesellschaft in eine fast verzückte Bewunderung geriethen. ZweiJahrzehnte später war diese Schrift bereits veraltet, und heute hat sienur noch litterarischen Werth. Dennoch hatte sie zu seiner Zeit mitRecht eine große Bedeutung. Mendelssohn hatte den rechten Zeit-punkt getroffen, damit aufzutreten, und dadurch wurde er eine Be-rühmtheit des achtzehnten Jahrhunderts. Fast sechszehn Jahrhundertehatte das Christenthum die europäischen Völker erzogen, gehofmeistertund mit Glauben an überirdische Dinge und Vorgänge fast über-füttert. Es hatte dazu alle Mittel der Ueberredung, der Hinterlistund der Gewalt angewendet, und am Ende, als sich die ans demSchlummer der Wiegenlieder erwachten Denker fragten, welche Ge-wißheit bietet diese so viel verheißende Heilsverkündignng, so sagtensich die Ernsten mit Schmerz — und die Spötter grinsten es mitSchadenfreude, — daß sie Phantasiegebilde für Wahrheit feil biete.
Ernst oder satyrisch hatten die französischen Denker des acht-zehnten Jahrhunderts: de la Mettrie, Voltaire, Diderot, Holbachkurz die halben und ganzen Materialisten, die Haltlosigkeit derjenigenLehre aufgedeckt, in welcher die sogenannten Culturvölker so vieleJahrhunderte Trost und Beruhigung gefunden hatten. Die Weltwurde entgöttert, der Himmel in Dunst umgewandelt, Alles, was bisdahin unverrückbar fest schien, war in einen Wirbel gerathen. DieJesuslehre hatte ihre Anziehungskraft verloren und war in den Angender Ernsten und Denkenden zum Kindermärchen herabgesunken. DerUnglaube war Mode geworden. Mit Jesu Entgötterung schien dieEntthronung Gottes Hand in Hand zu gehen, und damit war auchdas wichtige Dogma, das die christliche Theologie der griechischenSchulweisheit entlehnt und, wie immer, sich mit fremden Federnschmückend, als ihr Ureignes ausgegeben hatte, die Unsterblichkeit
st Gesetz vom 17. April 17S0.