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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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ersten Hellen Streifen nach langer, düsterer Nacht sich zn einem ang-erfrenenden Morgenroth färbten, und wie auf den Morgen der Ver-heißung der Mittag der Erfüllung gefolgt ist. Ich habe es nichts-destoweniger oorgezogen, bei dem Anbruch der wahrhaft neuen Aerafür ganz Europa von 1848 abzuschließen. Ich hätte sonst auch vonden gegenwärtig noch lebenden Trägern der Geschichte sprechenmüssen, was mir höchst mißlich scheint, weil sich bei Beurtheilunglebender Personen von geschichtlicher Tragweite unwillkürlich dieSubjectivität einmischt und der Verdacht rege wird, daß Sympathieoder Antipathie den Griffel geführt und die Farben gemischt haben.Ich habe daher lieber auf Vollendung des Gemäldes verzichtet, umnicht selbst in Gefahr zu gerathen, hier zn viel Licht und dort zuviel Schatten anzubringen.

Ueberhaupt scheint mir, daß in der Geschichte erst der Rechnungs-abschluß, welchen der Tod vollzieht, es möglich macht, den Antheil znbestimmen, welchen die Persönlichkeiten mit ihrer Energie, ihren Illu-sionen und selbst mit den von ihnen ausgegangenen Friktionen an derGeschichtsarbeit hatten. In der Perspective der zeitlichen Entfernungheben sich die Umrisse besser ab, als in der nächsten Nähe, wo in deinknäuelhaften Gewirre das überangestrengte Auge des Beobachtersdas Aufgedunsene für groß nnd bedeutend und das bescheiden Zurück-tretende für winzig ansieht. Nur, wo es unumgänglich zumVerständnis; der Thatsachen nothwendig war, habe ich auf lebendePersönlichkeiten andeutungsweise hingewieseu oder sie geradezu ohneweitere Charakterisirung genannt.

Ich schulde noch den Lesern die Erzählung von den Uranfängendes jüdischen Volksstammes bis zur Glanzepoche der hasmonäischenErhebung. Denn das ist das Eigenartige an der Geschichte des-selben, daß Vorgänge in Egypten und am Fuße des Sinai vormehr denn drei Jahrtausenden und Stimmungen, welche die Exu-lanten am Euphrat vor mehr denn zweitausend Jahren bewegten,noch heute nachwirken. Ohne Kenntnis; dieses Ursprungs bleibt auchdas geschichtliche Weben und Treiben der Söhne dieses Volksstammesin der Gegenwart räthselhaft. Ich möchte aber nicht eher an dieSchilderung dieser grundlegenden, gnadenreichen Zeit von Mose bisJeremia, von dem flammenden Sinai bis zu den rauchenden TrümmernJerusalems, und von der babylonischen Gefangenschaft bis zu den