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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Note 12.

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den heutigen Tag unerschütterliche Gläubige und Verehrer gefunden hat. Nichtblas Juden, sondern auch Christen traten als Ehrenretter für das hohe Alterund die Echtheit des Sohar auf, freilich mit einer Tendenz, welche die Judenhätte mißtrauisch gegen ihn machen sollen. Neben den beiden Buxtorf,Capellus und Anderen, welche dessen Jugend behaupteten, hielten ihnLightsort, Bartholocci, Pfeiffer, vor Allen Knorr von Nosenroth,und noch in unserer Zeit Molitor für ein echtes Werk des Simon b. Jochat,das theilweise einen überirdischen Ursprung habe. Der Connertit PaulusNiccio, Leibarzt des Kaisers Maximilian, zog Parallelen aus Partien desSohar mit Stellen der Pseudoareopagitica, mit denen die Ersteren jedoch nureine schillernde Aehnlichkeit haben. Man könnte recht gut eine ansehnlicheBibliothek mit den Schriften ausfüllen, d'e xrc> und contra. geschrieben wurden.In jüngster Zeit ist die Soharfrage mit mehr Gründlichkeit und mehr einge-hender, scharfer Kritik behandelt worden. Aber noch hat sie keinen Abschlußgefunden. Landauer hat viel Scharfsinn aufgeboten, um ihn dem SchwärmerAbraham Abulafia zu vindiciren. Jellinek, der Anfangs dem zustimmte,kam zwar später davon zurück und wies durch frappante Parallelen ausSchriften des Mose de Leon nach, daß der eigentliche Sohar diesem angshöre,glaubte aber noch immer, die Nebenpartien Abulafia vindiciren zu müssen.Frank ging in seinem Werke 1s. Oadds-Is von der Ueberzeugung aus, daßeine Grundpartie des Sohar uralt sei und aus dem Parsismus stamme. Injüngster Zeit hat ein Pole, David Luria, in einer eigenen Schrift (i.nn.n m.vip)die Vertheidigung des Sohar mit Haut und Haaren übernommen und hatdurch Scheinbeweise Manche in ihrem Urtheil schwankend gemacht. So weitder Stand oer Untersuchung über die Soharfrage. Meine Aufgabe ist es hier,die bisher geltend gemachten Argumente für die Unechtheit des Sohar unddie Autorschaft des Mose de Leon zusammenzufassen und neue hinzuzufügen,die Beweise für dessen hohes Alter im Ganzen oder in einzelnen Theilen zuentkräften und dann aus alledem das Facit zu ziehen.

Eigentlich brauchte die Unechtheit des Sohar gar nicht bewiesen zu werden.Denn da die Kabbala, d. h. die Lehre vom En-Sof, von den Sefirotund der metempsychosischen Vergeltungslehre nach dem Eingeständ-nisse der Adepten selbst jung und erst in der ersten Hälfte des dreizehntenJahrhunderts entstanden ist, und im Talmud keine Spur davon vorkommt(Note 3), so kann der Sohar, d. h. sein Inhalt, welcher dieselbe Theorie vor-aussetzt, nicht Simon b. Jochar zum Verfasser haben. Indessen wollen wiruns die Aufgabe nicht so leicht machen, sondern, auch abgesehen von jenenResultaten, die Jugend des Sohar einerseits und die Autorschaft des Mose deLeon andererseits aus anderen Momenten herleiten. Zunächst spricht dieBezeugung über sein Vorhandensein bei Schriftstellern entschieden gegen seinhohes Alter.

1) Der erste, welcher sich auf den Sohar beruft ist nicht Menahem Re-kanati, sondern Todros Abulafia. Wäre dieser 1283 gestorben, wieZacuto (alte Evition) angiebt und auch Zunz annimmt (zur Geschichte S. 433),so wäre zwar für das Alter des Sohar nicht viel gewonnen, aber die Autor-schaft des Mose de Leon wäre hierdurch widerlegt. Allein Todros Halevi,eben derselbe, war Günstling des Königs Don Sancho und namentlich derKönigin Maria de Molina und begleitete beide bei deren Zusammenkunft inBayonne 1290. Abraham Bedaresi, der ihn besungen hat, erzählt es in seinemBuche rmro mrn. Weil dieser Bericht nicht sorgfältig genug beachtet wurde, so