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Geschichte der Juden.
aufzustellen, die Sefirot zwischen Gott und die Welt einzuschieben und denWeltschöpfungsakt auf ein anderes Prinzip zu übertragen? Die Antwort giebtdas oben gegebene Citat im Namen des Abraham b. David (o. S. 38t>) undauch Asriel liefert in derselben Schrift den Schlüssel dazu. Zwei Motive habendie Entstehung der Kabbala veranlaßt. Derjenige Kreis in Südfrankreich undCatalonien (Posquisres und Gerona), welcher sich mit der krassen Buchstäblich-keit der Schule des Abraham von Montpellier und überhaupt der nordfranzö-sischen Rabbiuen nicht befreunden mochte, mußte sich die Anthropomorphismenin Bibel und Agada zurecht legen. Ja noch mehr, er mußte über den aller-krassesten Anthropomorphismus des loyr wp-e' hinwegzukommen suchen Diemystische Schrift Otijot di N. Akiba, welche in dieser Zeit so recht in Zirku-lation gekommen war, hat eine große Verlegenheit erzeugt. Da auch sie alseine Partie der Agada galt und als von R. Akiba und R. Jsmael beurkundetaustrat, mochten sie auch die Südsranzosen aus der Schule des Abraham b.David nicht verworfen wissen. Aus diesem Grunde führten die ersten Kabba-listen die Sefirot ein und behaupteten, daß sie die göttliche Verfichtbarung inder Erscheinungswelt bedeuten. Asriel drückt sich darüber aus (5 a): ho >-iIILL ui,zu rni'soi. Darum betonte dieser die endliche, ja körperliche Seite derSefirot, damit die Anthropomorphismen und Theophanieen in Bibel, Agada undLottiur Koma buchstäblich genommen werden könnten und nicht gedeutelt zuwerden brauchten. Diesen Gedankengang setzt Asriel deutlich auseinander (4a).Er will die Frage beantworten, ob die Sefirot auch in Bibel und Talmudangedeutet seien: (miwoi: -po pu hx) h":i 'iLis zu LwLi zu i'ui ii L"i? DieSchrift spricht von Gott, wie von einem endlichen, veränderlichen Wesen. DieseAusdrücke können daher nicht von dem En-Sof selbst verstanden, sondern müssendurchaus auf die Sefirot bezogen werden: (-po puij mir- 1:121 -pio pun uu
L'ILII 1L 10 LU . . za UN'L iL ;L1 1L11 ,111 ,UL1 ,111 , ixi :i?LL H'LII 111 !MU
NII'VLI LI hiLLit . . . iiLLi 111 ip L'iou: LI.ILL L'uroti. Noch deutlicherentwickelt er diesen Gedanken (4 d): hiLti ipr' (mi-SOi) Lii w- ru ,niuL'L> 12 i>i
hp, IL'U'LtL .:M:21L U2I2L L'ILI 11I1L . L'2LN '1L1L1 ll'U'LW 11ML L>1W2 .11 ?M2LMULI L11P p UI1L- ih 12L1L 1'WUIL 1^1' 12' ll'-L- 211.1 : L1LL1 '1L1L . . . ULLI 1:21 .
Hier haben wir es deutlich: das Ldriur Xoma hat den Kreis, welcher zwischenden krassen Agadisten und den Philosophen in der Mitte stand, am meistengedrückt. Die Deutung des Loiriur Loma war das Hauptbestreben Asriel'sund Esra's, wie der (o. S. 388) citirte Vers des Dichters Meschullam Dafieraangiebt:
112p L'ILW lul'i phlL 1LU ,1:PL' Liri hu L'pll (iu'llp: U1!pj LI
d. h. sie, Esra und Asriel, wissen wohl anzugeben, in wie fern von der Gott-heit ausgesagt werden könne, daß sie ausgedehnte Maße habe; aber sie haltenmit der Sprache zurück aus Scheu vor den Gegnern.
Nächst den Anthropomorphismen und den Theophanieen waren es dieRitualien des Judenthums, welche das Sefirot-System der Kabbala erzeugthaben. Die Thora schreibt gewisse Gesetze vor, welche die Gottheit in sinnlicherGestalt voraussetzen, namentlich das Opferritual. Man könne doch nicht vondem En-Sof behaupten, daß er den Opferduft rieche, daß er die Opfer alsseine Speise betrachte, wenn man nicht einmal von ihm Wissen und Erkennenprädiciren dürfe? Folglich sollen die Ritualien nicht auf den En-Sof wirkensondern erst unmittelbar auf die Sefirot und dann erst mittelbar auf den En-