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Geschichte der Juden.
ständig und systematisch in Asriel's Schrift entwickelt ist. Nebenher sei be-merkt, daß seine kabbalistische Terminologie bei mehreren späteren Kabbalistenwiederkehrt.
Die Asriel'sche Schrift hat zu ihrer Aufgabe, die Kabbala den Ungläubigengegenüber ins rechte Licht zu setzen und ihr ein philosophisches Gepräge zugeben. Aus ihr lassen sich daher die Hauptpunkte des kabbalistischen Systemsin seiner ursprünglichen Gestalt, so zu sagen, die kabbalistische Metaphysik,erkennen und würdigen. Die Hauptlehre der Kabbala ist, wie Asriel es inder Einleitung ausspricht, die Lehre vom En-Sof und von den Sefirot. MitRecht wurden diese Begriffe mit Unglauben angehört, weil sie, namentlich derAusdruck -pO pn, bis dahin in dem jüdischen Schriftthum unerhört waren.Diese Bezeichnung ist in der That fremdartig und dem griechischennachgebildet. Das Fremdartige des kabbalistischen Grundprinzips zeigt sichauch in Asriel's negativer Definition: daß Gott weder Wille, noch Absicht,noch Denken, noch Sprechen, noch Thun bcigelegt werden dürfe : PO pu w xiiwx:2i 1121 uii 122-12 uii pri uii .1112 uii pri ii rr" '2 1:211 pu (sä. Berlinx. 4 s). Dieser Satz kehrt auch bei später« Kabbalisten wieder. Gott könnenicht einmal die Weltschöpsung gewollt oder beabsichtigt haben; denn Wollenverrathe die Unvollkommenheit des Wollenden (das. 2 d): 12^2 uii -2 i2ui euP 221 PION ix .1112 12121 '2 II ix 2 'L'li 2 ' (lll'DOl N 22 ) Illiix IU '122 p> 2 . Wirbrauchen nicht lange zu rathen, welchem philosophischen Systeme diese Ueber-schwänglichkeit in der Auffassung Gottes entlehnt ist; es ist die neuplatonischePhilosophie, welche Gott selbst über das Sein, die Krastthätigkeit bes Geistesund über das Wissen hinaustzebt: kTrixr-vr nvai»§, krrgpl«?, nal »»yak-ns.Dasselbe kommt auch in G'ebirols > 4 süor Otrssiin vor. Asriel bemerkt aus-drücklich, daß er sich der Philosophie anschließe, die Begriffe von Gott lediglichin negativer Natur zu fassen: an -2 12122:1 pu >2 O-iviui 1212 2-11:2 1,21:21 -2211-<i 111 ix (2 s). Diese negative Auffassung— — der göttlichen Attribute
ist bekanntlich ebenfalls neuplatonisch. — Die Gottheit kann daher weder mitdem Gedanken erfaßt noch mit einem Worte bezeichnet werden (4 s): pu -2 xi12ii (12:2:2 pii pur: ,121 i22 121 ii -2 ix ->u) 11212 ;2U- iri 111112 022- ui ->12I2i22- 1U-U 121 PUI O2 PUI 11U PU. Indessen mußte auch Asriel, wie seine Vor-gänger, von dem Negiren abgehen, und etwas Positives in den En-Sof setzen;nämlich l) die absoluteste Vollkommenheit (2 s,): piOi -ii iiaie- u-i PO pui'2 ) eine absolute Einheit und sich stets gleich bleibende Unveränderlichkeit (das.):
U11 OU1 ,122 12 PU2 ,.i:2iL'.1 1I11U2 11122 IUiL'11 U111 -PO PU 11,2 illl.O 12'UO> 12
1222 P11 PU 1122 -i22. Auch ein drittes Positives setzt Asriel vom En-Sofvoraus: daß Nichts außer ihm ist, d. h daß Alles, das All, in ihm ist.Diesen Gedanken wiederholt und betont er öfter: 1222 pii pur:, daß gar nichtsaußer ihm sei.
Aus diesen Vordersätzen wird eine Schlußfolgerung gezogen, welche denAngelpunkt seiner Kabbala bildet, mit dein sie steht und fällt. Ist Alles inGott, so ist auch die mangelhafte, beschränkte Welt in ihm Sollte er nichtauch darin seine Kraft haben, so wäre seine Vollkommenheit beschränkt, indemer nur das Unendliche beherrschte und nicht auch das Endliche ( 2 s unten): au-
1112'ie- 1O12 11U ,il222 12 li PUI (il22 'il2 l.) i'22 '12 12 (.PO pui) li 2"e> 12U1.
Andererseits kann nicht angenommen werden, daß der En-Sof die endlicheWelt unmittelbar geschaffen habe; denn dann hätte er einen bestimmten Willenhaben müssen, sie zu schaffen, während doch Wollen eine Beschränktheit in derGottheit sei. Ferner müßte die sichtbare Welt, wenn von Gott hervorgebracht,