Druckschrift 
7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
Entstehung
Seite
388
Einzelbild herunterladen
 

388

Geschichte der Juden.

wie Wolf las: o»i,ios -i nichts anderes bedeutet als äs t?osHuisrss, und daßBarrolocci's und Wolfs Erklärung dieses Ortsnamens falsch ist. Da wiraber diese Schrift nicht kennen, so läßt sich nicht entscheiden, in wie weit dieKabbala in seinem Kopfe eine systematische Abrundung gewonnen hat. Umdieses System kennen zu lernen, muß man sich an seine zwei Hauptjüngerhalten, an Esra und Äsriek aus Gerona.

Ueber diese beiden Kabbalisten ist viel Tinte verschrieben worden, ob siezwei verschiedene Personen oder identisch sind. Weil sie nämlich von denSpäteren oft mit einander verwechselt werden, war man geneigt, ihre Identitätzu behaupten. Indessen werden sie nicht bloß von Schein-Tob Jbn-Gaon(o. S. 385), sondern auch von ihrem Zeitgenossen, dem Dichter MeschullamEn-V>dal Dafiera, in seiner Satyre gegen die Maimunisten zur Zeit deshitzigen Kampfes 1232 35 als zwei verschiedene Personen dargestellt. Ichtheile diese Verse mit, weil auch aus ihnen die Entstehung der Kabbala be-leuchtet wird. Gegen die verflachenden, die Wunder leugnenden und die Agadaunehrerbietig behandelnden Maimunisten satyrisirt dieser Dichter:

.1113-1 »ii iri-i imi ,n»i i»3-i i'»i 1-11,11 m»

,11" nii 3ii,i iii- »i vni iip iiilli pm i-i ui.11,10- »ii -nr-ii iipi .-ii» iri'i in-iipi »np.111,1 nil '233 '1111 31 ,'1112 PI-»- .11.1 ,111 31.1111 1,1'1 12li PN ,113 Op 11131 113 3-P11- 31.iirp 3'iiii ini-i pio iin ,np-3- 3i-i- in 3-pii- 3.1

(Oidrs Olraslrarnirn 77).

Die Tragweite dieser Verse wird sich später zeigen. Hier handelt essich um die Verschiedenheit von Esra und Asriel. Da sie gleichklingende Namenhaben, Zeitgenossen nnd Kabbalisten waren, so wurden sie mit einander ver-wechselt. Zacuto macht Esra zu Nachmani's Lehrer in der Kabbala: ni,p -ni"r,m ne- i3ii iii,ii piiii io-m (so in den alten Ausgaben des Aochasin;dieser Passus und auch das Folgende fehlt in der Filipowskischen Edition).Dagegen tradirten Me'tr b. Gabbar, Chajim Vital und Andere, daß Asrielsein Lehrer gewesen sei. Die kabbalistische Erklärung zum hohen Liede (fälschlichNachmani be,gelegt: vindicirt Nekanati dem Kabbalisten Asriel: ( 11 - 21 ) i»-i»,

113'pl 3121 i"I »11 -1 li'l' 3'1'3'1 1'3' 311-11 i»'1IP '1 3111 311» »'113' 1131 ip

111111 (in 11-111 -I1P3 p>. 4); in einigen Handschriften dagegen und auch beiIsaak von Akko wird Esra als dessen Verfasser aufgeführt. Schorr besitzteine Handschrift des kabbalistischen Hohenlied-Commentars, wo der Zweifel ander Spitze steht: 3-113 i-,m i»-i»p '1 3iiii 311-2 -ui »,11 3iiii i-i-a-i 1-3- 3-11-2» 11 p -ii cii-ii (Eftalur: VI. p. 84 Note).

Wenn es demnach zweifelhaft ist, ob der genannte Commentnr Asriel oderEsra angehört, so ist der erstere jedenfalls Verfasser eines Merkchens über diezehn Sefirot in Fragen und Antworten. S. Sachs' lichtvolle Kombination (inlis.-I'alit x. 45 f. 53 f.) über Asrisls Autorschaft wird nicht blos durch den späterlebenden Me'tr Gabbaii bestätigt, sondern auch durch eine Angabe des Isaakvon Akko (in Einl. zu m). Dort heißt es: irii 111 ip, 111-13 i3-p ix 11 p'111 lipn 3,1 »1,1: 1.111 i"i i»-iip. Tann theilt I. von Akko eine ganze Partieaus dem Merkchen mit, welches zu allererst vollen Aufschluß über das kabba-listische System giebt. Diese kleine aber höchst interessante Schrift, welche denTitel führt: '1 mp (von S. Sachs das. nnchgewiescn) ist jetzt vollständig edirt(aus einem Bisslichesschen Codex, Berlin 1850, zusammen mit 1113» -11 des