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Der Bruderkrieg in Castilien. 371
sollte i). Heinrich hatte also keine besondere Abneigung gegen dieJuden, oder er mochte sie nicht durch Zurücksetzung zur Verzweiflungtreiben. Die Beschränkung, die er den Cortes in Betreff der Judenzusagte, war mehr darauf berechnet, seine Parteigänger nicht zu ver-letzen. Denn er saß noch lange nicht fest in der Regierung. DonPedro zählte noch sehr viele Anhänger; die meisten jüdischen Ge-meinden hielten treu zu ihm, die Juden dienten auch im Heere undkämpften gegen den Usurpator für den König, der sie bis zuletztmit Gerechtigkeit behandelte. Don Pedro hatte selbst in seiner ver-zweifelten Lage, als er den mohammedanischen König von Granadazu Hilfe rufen mußte, demselben ans Herz gelegt, die Juden zuschonen 2). Indessen litten die Juden von Freund und Feind un-säglich; denn da Don Pedro allein nichts vermochte, sondern auf Hilfs-truppen zuerst des schwarzen Prinzen und dann der Mohammedanerangewiesen war, so wurden die Juden von diesen nicht nach Wunschdes Königs behandelt. Die Gemeinde Villadiego, als wohlthätigund eine Förderin der Wissenschaft berühmt, wurde von den Eng-ländern vollständig aufgerieben. Ebenso erging es der GemeindeAguilar und anderen. Die Einwohner von Valladolid, welcheDon Heinrich huldigten, plünderten die Juden splitternackt aus, zer-störten ihre acht Synagogen, raubten deren Schmuck und zerrissen dieheiligen Schriften ^f. Es war eine gräßliche Verwilderung eingetreten.Wo Don Heinrich hinkam, brandschatzte er die Juden, stürzte sie inArmuth, und ließ ihnen nur das Leben. Der mohammedanischeKönig, Don Pedro's Bundesgenosse, führte 300 jüdische Familien ausJaen als Gefangene nach Granada Z. Noch schlimmer behandeltesie der wilde du Guesclin, der, von französischem Judenhaß geleitet,sie'nicht als ebenbürtige Parteigänger und Kämpfer ansah, sondernals Knechte, die es gewagt hätten, gegen ihren Herrn die Waffen zuergreifen 5). Die Noth war so groß, daß viele Juden in dieser Zeitzum Christenthum übergingen. Andere aus Nordspanien wandertennach dem nahegelegeuen Navarra aus und wurden von der Königin
In äs ^.sso sto. äissurso sobrs sl sstaäo äs los äuälos ci. a. O.x. 154. Lindo a. a. O. S. 151 f.
2) Samuel ^!arya Einl. zu Nslroi Olmjira (Ns.) .... ni^-u 1,2 1 ^ 2.1 nri1 ' V.II ini>2" nll'r ;i1 -^2.1 >112 2'11,1'ch 1SL2 ix nra L'irn
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Auch abgedruckt in Wiener's Lolisbst äslmäa, x. 131 aus der Zeitung desJudenthums Jahrg. 1838, aber sehr corrumpirt.
2) Samuel ^arya das. 1. Das. s. Anmerkung 1.
5) Omilslrai äs Hs-uZis oontiiuis.tio (bei ä'.4.olisr^ spisilsZiurn III. zuEnde) ... st xostrsrao iutirätos äuäasos, gal in potsutia arraorum rsMMHstruru aäjuvabnut, truoiänvit (Lsrtrnnä äs Olaguiu).
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