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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Der Bruderkrieg in Castilien.

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gerichtet worden. Der spanische Pöbel begnügte sich mit Wenigerem. Ganz Spanien fiel dem Sieger zu, weil Don Pedro es verab-säumt hatte, die ihm anhängliche Bevölkerung zu concentriren oderdurch bedeutende Summen die wilden Abenteurer der weißen Schaarfür sich zu gewinnen, wie ihm gerathen wurde. Don Samuel mitseiner Klugheit fehlte ihm. Auch die Thore der Hauptstadt Toledowurden dem Sieger geöffnet, obwohl die Partei Don Pedro's wozuauch die Inden gehörten, eine Zeitlang für Widerstand gestimmthatte. Der Toledaner Gemeinde legte Don Heinrich ebenfalls einesehr hohe Geldsumme als Strafe für ihre Treue gegen den legitimenKönig auf. Don Pedro's letzte Zufluchtsstätte war die Stadt Sevilla.

Derselbe französische Romanzendichter, welcher den Helden duGuesclin verherrlichen und zugleich in die Erzählung von dessenKriegsthaten romantische Züge einflechten wollte, erfand ein Märchen,als wenn Sevilla durch den Berrath der Juden an Don Heinrichgekommen wäre. Die Romanze erzählt: Daniot und Türquant, die-selben, welche die Königin Blanca aus dem Leben geschafft habensollen, hätten Don Pedro's Gunst verloren, weil sie ihm nur zuschlimmen Dingen gerathen und ihn dadurch ins Unglück gebrachthätten. Er habe sie dafür in die Verbannung geschickt. Unterwegsseien sie in die Hand eines von du Guesclin's Capitänen gerathen,der sie als Juden dem Tode habe weihen wollen. Um sich zu retten,hätten die Beiden ihm versprochen, vermittelst ihrer Stammesgenossendie Stadt Sevilla und auch die Person Don Pedro's an Don Heinrichzu überliefern. Der Capitän Mathieu de Cournay habe ihnenunter dieser Bedingung das Leben zngesichert, habe Daniot als Geißelzurückbehalten und Türquand nach Sevilla ziehen lassen. Dieser habesich heimlich in die Judenstadt einzuschleichen und den Rabbiner zuüberreden gewußt, daß die Sevillaner Gemeinde nicht so fest in derTreue gegen Don Pedro verharren sollte, weil dieser Böses gegensie im Schilde führe. Es sei demnach unter den Juden beschlossenworden, heimlich Don Heinrich, du Guesclin und seine Schaaren durchdas Judcnviertel in die Stadt zu lassen und diese sammt dem Königin deren Hände zu spielen. Eine Jüdin, welche die Geliebte desDon Pedro gewesen sei, habe aber den geheimen Plan an denselbenverrathen und ihn veranlaßt, die Stadt zu verlassen. Bermitelst desEinverständnisses mit den Juden sei es nun dein Sieger leicht ge-worden, Herr von Sevilla zu werden^). Eine andere Romanze läßt, .

i) Estouteville a. a. O. x. 215; Lefebvre a. a. O. p>. 369. Die beglaubigteGeschichte weiß nichts von der Eroberung. Sevilla's durch Verrath oder gardurch Verrath der Juden. Ayala hat keine Spur davon.

Graetz, Geschichte der Juden. VII.

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