Druckschrift 
7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
Entstehung
Seite
367
Einzelbild herunterladen
 

Der Bruderkrieg in Castilien.

367

der Tochter untergeschoben. Und dieser Wechselbalg sei eben DonPedro, der sich legitimer König von Spanien nenne Z.

Mit den Soldknechten derweißen Schaar", einer gewissenlosenBande, welche sich dem ersten besten Anführer vermiethete und baldfür, bald gegen eine Person oder Sache kämpfte, überschritt Heinrichdie Pyrenäen, um seinen Bruder zu bekriegen und ihn zu entthronen.An der Spitze dieser französischen und englischen Auswürflinge standder gewaltigste Krieger seiner Zeit, der Held und Abenteurer Ber-trand du Guesclin (Claquin), berühmt durch seine Heldenthaten,seine Häßlichkeit und seine drolligen Manieren, den die Sage, gleichdem Cid, verherrlicht hat. Die Inden nahmen durchweg für DonPedro Partei und unterstützten ihn nicht blos mit ihrem Gelde,sondern auch mit ihrem Blute. Sie schaarten sich unter die Reihenseiner Krieger oder vertheidigten die Städte gegen die Angriffe DonHeinrichs und du Guesclins^j. In Briviesca (in Altcastilienskämpften die Juden tapfer und vertheidigten die Mauer der Stadt,welche in der Nähe ihres Quartiers lag, gegen die Engländer, denendie Eroberung dieses Stadtheils zugewiesen war. Die Juden unter-lagen. Die wilden Söldner tödteten nicht bloß die jüdischen Kämpfer,sondern auch die Wehrlosen. Von den zweihundert jüdischen FamilienBriviesca's blieb nicht eine Seele am Leben; ihre Leichname bliebenden wilden Thieren und den Vögeln des Himmels preisgegeben ^).

Don Pedro verließ wegen der Nähe des Feindes Burgos, dieHauptstadt von Altcastilien. Nach seinem Abzüge traten die Ein-

h Eontinnabio Ouilslrni cls Han^io: Hsniians odjieit lratri srro:ikstrum. slsZisss lluclasos . sb sis nällassisss; p>sr .Inciakos clomumsnarn rsAsbat, sb botrun rsAQurn. snuin psr sos Au.bsriia.liab sie. DerChronist war sin Zeitgenosse Don Pedros, wie er selbst angiebt (in ll'^obsr^votsum soriptoruru spsollsAiuru III. p>. 139). Auch die zeitgenössische Romanzebei Estouteville oder Menard x. 165 hat diesen Zug. Ein getaufter Judehabe verrathen, daß Don Heinrich legitimer König non Spanien, Don Pedrodagegen ein jüdischer Mechselbalg gewesen sei.

2) Tie Romanzen und nach ihnen le Febvre und Berville lassen zuerstvon du Guesclin eine fast unbekannte Stadt LlaAbalou oder LIuAalouin Spanien erobern und dann eine Burg, wobei die Juden sich zur Wehrsetzten und umkamen. Estouteville p>. 186; Petitot IV. x. 338 f. Berville I.p. 354 ff.

^1 Die Nachricht bei Estouteville x 188 und Berville a. a. O. I. x. 360stimmt mit der Angabe des Zeitgenossen Samuel ^!ar<;a von dem Gemetzelin Briviesca überein (mm mpo Lls. Einleitung mit vielen Fehlern abgedrucktin der Zeitung des Judenthums Jahrg. 1848 und in Wieners Lobsbst llsbuäax. 131). Lefebvre dagegen referirt, die Juden hätten zur Rettung ihres Lebensden Feinden ihr Quartier übergeben (Petitot a. a. O. IV. x. 342).