360 Geschichte der Juden.
besonders prachtvolle in Toledo, aber nicht einmal ein Lehrhaus fürTalmudstndien
Diese abnlafianische Synagoge in Toledo, welche noch heutigrnTages als Kirche eine Zierde dieser Stadt ist, war halb imgothischen, halb im maurischen Style erbaut, wie fast die meistenspanischen Kirchen jener Zeit. Sie besteht aus mehreren Schiffen,welche durch Säulen und Wölbungen von einander geschieden sind.Feingeschnitzte Arabesken verzieren den oberen Theil der Wänderingsherum. Innerhalb der Arabesken ist auf grünem Grunde undweiß hervortretend der achtzigste Psalm in hebräischer Schrift zulesen. Auf der Nord- und Südseite sind Inschriften in halberhabenerArbeit angebracht, welche in zwölf langen Linien die Verdienste desFürsten Samuel Levi b. Mei'r verewigen. Die Gemeinde danktdarin Gott, „der seine Gnade seinem Volke nicht entzogen und Männererweckt hat, die sie ans Feindes Hand erretteten. Wenn es auchkeinen König mehr in Israel giebt, so hat Gott einen Mann seinesVolkes Gunst in den Augen des Königs Don Pedro finden lassen,der ihn über alle Großen erhoben, zum Rathgeber in seinem Reichernannt und ihm fast königliche Ehren zuertheilt hat." SamuelAbulafia ist in diesen Inschriften übertrieben verherrlicht. Der Namedes Königs Don Pedro ist mit großen Buchstaben hervorgehoben, alssollte es in die Augen fallen, daß dieser Fürst in einem innigen Ver-hältniß zu den Inden stand, gewissermaßen zur Synagoge gehörteZuletzt ist der Wunsch ausgesprochen: Samuel möge die Wieder-herstellung des Tempels erleben und darin mit einen Söhnen alsLevite fungiren.
Der Bau dieser Prachtvollen und großen Synagoge war imJahre 1357 vollendet ^). Für das darauf folgende Jahr hatten ein
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2 ) Ich Habs in der Frankelschen Monatsschrift (Jahrgang 1856 S. 321 ff.)die Inschriften der Toledaner Synagoge (welche viele Federn in Bewegunggesetzt haben!, zum Theil ergänzt, abdrucken lassen und ausführlich nachgewiesen,daß die Inschriften auf beiden Wänden zusammengehören und beide SamuelAbulafia gewidmet sind, gegen die Behauptung der Madrider Akademie, daßeine derselben einem sonst unbekannten Me'ir dedicirt sei. So schreibt es nochAmador de Los Rios in seinen Usbuäios sobrs 1a liistoris. äs los äuäios(p. 54 ff.) nach. Sonst erkennt auch er an, daß Haydeck, ein getaufter Jude,sie gefälscht hat, d. h. eine falsche hebräische Uebersetzung dieser Inschriften auseiner mangelhaften Castilianischen für die echte Originalinschrift ausgegebenhat. De los Rios bemerkt auch, daß der Fälscher Haydeck viele Buchstaben anden Ur-Jnschriften geflissentlich verstümmelt und unleserlich gemacht hat, damitsein Betrug unentdeckt bleibe. — In Betreff des Datums für die Vollendung