Bürgerkrieg in Castilien.
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einen Schatz anlegen konnte, was seinen Vorgängern selten gelungenwar. Die verräterische Gefangennahme des Königs in Toro bildeteinen Wendepunkt in seiner Regierungszeit. Es entspann sich in Folgeder Zwistigkeiten ein erbitterter Bürgerkrieg in Castilien, der DonPedro zu grausamen Handlungen aufstachelte. Aber die jüdischenGünstlinge hatten keineswegs die Hand dabei im Spiele; selbst dieJudenfeinde legten die Grausamkeiten nicht dem jüdischen Ministerzur Last. Die Bastardbrüder mit ihrem Anhänge bemühten sich,Meister der Hauptstadt Toledo zu werden. Dort hatte aber DonPedro eine zahlreiche Partei, darunter auch sämmtliche Juden, unddiese mochten seine Brüder nicht in die Stadt einziehen lassen. Vonihren Freunden jedoch heimlich durch eine Pforte eingelassen, über-fielen ihre Schaaren die Stadttheile, wo viele Juden wohnten. Inder Straße Alcana brachten sie fast 12,000 Männer, Frauen, Greiseund Kinder um. Aber in die innere Stadt konnten die Feinde nicht«indringen, weil die Juden die Thore verrammelt, sich zur Wehrgesetzt hatten, und von den Rittern der königlichen Partei kräftigunterstützt wurden (Mai 1355 Z. Einige Tage später zog Don Pedronach Toledo, wurde von seinen Parteigenossen freudig ausgenommenund übte schwere Vergeltung an denen, die es mit seinen Brüderngehalten hatten.
Samuel Abulafia stieg durch seine klugen Rathschläge, seineFinanzverwaltung und seinen Eifer für Maria de Padilla zu höchsterGunst beim König. Er hatte mehr Macht als die Granden desReiches. Er besaß fürstliche Reichthümer, und achtzig schwarzeSklaven dienten in seinem Hause. Es scheint ihm aber jener Hoch-sinn gefehlt zu haben, der ihn gemahnt hätte, die günstige Stunde zubenutzen, um für die Zukunft seines Stammes und seiner ReligionSorge zu tragen. Wohl „suchte er das Beste seines Volkes", wiedie Inschrift von ihm anssagt; aber er verstand eben nicht, was das.Beste sei. Er schützte die Juden wohl vor Unbilden und Gehässigkeiten,beförderte manche unter ihnen zu Aemtern, gab ihnen Gelegenheit sichzu bereichern; allein er war nicht das, was Chasdal Jbn-Schaprutund Samuel Jbn-Nagrela ihren Religionsgenosien gewesen waren.Samuel Abulafia scheint auch wenig Sinn für Geistiges, für Hebungder jüdischen Wissenschaft und Poesie, gehabt zu haben. Kein Manudes Wissens wurde, so viel bekannt ist, von ihm unterstützt. Er bauteallerdings Synagogen in mehreren Gemeinden Castiliens und eine
') Ayala a. a. O. zum Jahr 1355 e. 7.