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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Als Don Pedro den Thron bestiegen hatte, und der Schmerzum dem Verlust des verehrten Königs Alfonso XI. noch frisch wardurfte ein greiser jüdischer Dichter es wagen, ihm in schöngesetzten,spanischen Versen Lehren und Unterweisungen zu ertheilen. DieserDichter Santob (Schem-Tob) de Carrion, aus der nordspanischenStadt dieses Namens (um 1300 1350 ^), die eine bedeutendejüdische Gemeinde hatte, war in der jüdischen Literatur vollständigvergessen. Christliche Schriftsteller haben sein Andenken und seineVerse erhalten. Santob's (oder verkürzt Santo's) poetischeHinterlassenschaft verdiente aber auch aufbewahrt zu werden. SeineVerse fließen sanft und klar wie eine jungfräulich plätschernde Silber-qnelle, die ihrem Felsenkerker entronnen ist. Seine Reime hören sichwie das süße Lallen einer reinen Kinderstimme an. Er hatte sichnicht blos die wohltönenden, klangvollen Laute der spanischen Sprache,welche gerade zu seiner Zeit im Uebergange von der zarten Jugendzur kräftigen Männlichkeit begriffen war, zu eigen gemacht, sondernhat sie auch bereichert. Santob hat abgelagerte Gedanken der Prak-tischen Weisheit seiner Zeit in schöne Strophen gebracht. SeineRathschläge und Belehrungen" an Don Pedro tragen den Charaktervon Sentenzen und Sprüchen. Er hat, was nicht fehlen konnte,goldene Sprüche aus dem Talmud und den neuhebräischen Dichternzu seinen Versen benutzt und den Honig seiner Poesie ans verschiedenenBlumen gesogen.

Santob's Gedichte sind aber nicht durchweg harmlos, sondernhaben auch Stacheln. Er geißelte seine Stammes genossen, welche sich

ff Dieser Dichter wird zuerst von dem Dichter Jingo Lope de Mendoza,Marquis de Santillana (st. 14S8) erwähnt. Santillana bemerkt dabei, er habezur Zeit seines Großvaters gelebt und xrovsrdios rnoralss und oonssjosgedichtet. Ticknor hat diese oonssjos oder trobas im dritten Bande seinerbistor^ ot' tlls sps-nisd I-ittsratnrs aus einer Handschrift abgedruckt.Daraus ergiebt sich, daß der Dichter Santob und nicht Santo geheißenhat (wie unwissende spanische Literarhistoriker ihn genannt haben, um ihn zumHeiligen und zum Convertiten zu stempeln), ferner, daß er Jude war undblieb, und endlich, daß er im Anfang von Don Pedro's Regierung lebte,vergl über ihn Ticknor I. o. I. 88 ff. und Kayserling Sspbaräiin 19 ff.Dieser hat nachgewiesen, daß Santob nicht nur biblische, sondern auch tal-mudische und religionsphilosophische Sentenzen in seinen Versen verarbeitet hat.Der letzte Vers giebt an, daß Santob bereits unter Don Pedro's VaterAlfonso XI. gesungen und von ihm Versprechungen erhalten habe, die derSohn erfüllen sollte:

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