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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Don Pedro von Castilien.

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war, als viele seiner Vorfahren und Nachfolger. Don Pedro war einNaturmensch im schlimmen wie im guten Sinne des Wortes, der sich demZwange der Hofetiquette und der politischen Rücksichten nicht unterwerfenmochte. Durch die Falschheit und Treulosigkeit seiner Bastardbrüdervon der Concubine Leonora de Gnzman, derselben, welche ohne eszu wollen, zur Rettung der Juden vor sicherem Untergang beigetragenhatte (o. S. 295), wurde der König zu blutigen Vergeltungen förmlichherausgefordert. Selbsterhaltungstrieb, Sorge um Wahrung seinesköniglichen Ansehens, Kindesliebe und Anhänglichkeit an eine Jugend-geliebte hatten an seinem rücksichtslosen blutigen Verfahren mehr Au-theil als angeborene Grausamkeit und Rachedurst. Der junge König,welcher ein so trauriges Ende nehmen und die castiliauischen Judenin seinen Sturz mit hineinzieheu sollte, war vom Anfang seinerRegierung an von tragischen Mächten umgeben. Seine Mutter, dieportugiesische Infantin Donna Maria, war von ihrem Gatten aufAnreizung seiner Concubine Leonore de Gnzman gedemüthigt undvielfach gekränkt worden. Don Pedro selbst war gegen seine Bastard-brüder und namentlich gegen seinen älteren Halbbruder Don Heinrichde Trastamara zurückgesetzt worden. Seine erste bedeutende Regie-rungshandlung mußte also sein, seiner gedemüthigten Mutter Ge-rechtigkeit zu verschaffen und ihre Nebenbuhlerin, die Ursache so vielerKränkungen, in den Staub zu drücken und unschädlich zu machenDaß er seine Bastardbrüder duldete, beweist, daß er keineswegs allzugrausamen Herzens war. Seine Strenge traf mehr die Grandenund Hidalgos, welche Recht und Menschlichkeit mit Füßen traten unddas Volk mit junkerhaftem Uebermnth mißhandelten st. Don Pedrohatte auch nur in diesem Kreise erbitterte Feinde, aber nicht im Volke,das ihm, wo es nicht verlockt wurde, bis in den Tod treu war. Auchdie Juden waren ihm anhänglich und haben für ihre patriotischeGesinnung ihre Habe und ihr Leben eingesetzt, weil er sie vor Kränkungund Nebermuth geschützt und nicht wie Verworfene behandelt hat.Die Juden haben zwar durch ihn viel gelitten, aber nicht als duldendeSchlachtopfer wie in Deutschland und Frankreich, sondern als eifrige,leidenschaftliche Parteigänger und Mitkämpfer, welche die Niederlageihres Parteihauptes in gleicher Weise wie seine christlichen Anhängergetheilt haben.

st Luobon. zu I'roissurt Obronignss II. x. 482 aus einer catalonischenChronik zur Rechtfertigung Don Pedro's, d>e von dem modernen Geschichts-schreiber Imlusnts, bistoris. Asnsral äs Hspa-na. R. VII. 388 ff. übersehenwurde.

Graetz, Geschichte der Juden. VII.

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