ihm nicht Beistand geleistet hatten, sollten diese zu einer Geldstrafevernrtheilt werden. Endlich war anch das von Kasimir bestätigteGesetz für die Juden Polens günstig, daß sie frei Alles von Christenkaufen und an sie verkaufen dürften. Diejenigen (Geistlichen), welcheden Geschäftsverkehr mit Inden hindern würden, sollten dafür bestraftwerden. Alle diese sechsunddreißig Paragraphen in Betreff der Judenbestätigte Kasimir nicht blos aus eigener Machtvollkommenheit,sondern mit.Zustimmung der Starosten (Adligen) des Landes^).
Dreizehn Jahre später hat zwar Kasimir den Wucher der Judenbeschränkt und Gesetze darüber erlassen-, daß die Zinsen nur einenGroschen von der Mark wöchentlich betragen, daß sie, wenn überzwei Jahre laufend, verfallen sollten, und daß Eltern nicht für dieSchulden ihrer Söhne zn haften brauchten. Aber daraus ist keines-wegs auf eine feindselige Stimmung des Königs gegen die Judenzu schließen, da er ausdrücklich bemerkte, er habe diese Beschränkunglediglich ans Antrieb des Adels gutgeheißen ^). Die übrigen Gesetzeznm Schutze des Lebens und des Eigenthums hat Kasimir, der einstarker, energischer Regent war und für Ordnung und Handhabungder Gesetze Sorge trug, nicht verletzen lassen. Auch in dem Pestjahrcscheint Kasimir die Juden Polens gegen die Wuthausbrüche der irre-geleiteten Bevölkerung beschützt zu haben. Denn das Geschrei vonder Brunnenvergiftung der Juden war von Deutschland aus auchüber die polnische Grenze gedrungen und hatte das Volk gegen sieaufgestachelt b). Aber selbst wenn die Zahl von l 0,000 Juden, welche
*) Der Wortlaut in der Einleitung zu Kasimirs Bestätigung der „llurs"ist hierbei zu beachten: Ossiruirus rsx kolorüss . . . Xobibiss uuivsrsorurubsva xrssssutiuru gusru tuburoruru xrs.sssnbi.bus ässlsrsruus, guock oumnosbrsrn nosbrorurn bsronrun xrssssnbisin soosäsubss viri iäonsinosbrigus liäslss lluässi tsrrsrurn nostrsrurn, nobis l?rivtIsAiuniclusis Lolsslsi . . . guonäsin äuois I?oloniss, suxsr juribus suis osbsn-clisssnb sbs. (bei Sternberg, Versuch einer Geschichte der Juden in Pole»S. 86). Also auf Verlangen seiner wackern und treuen Juden, d. h. seinerGünstlinge, erneuerte Kasimir dieses Statut.
2 ) Sternberg a. a. O. S. 87 ff.
2) Es ist merkwürdig, daß der erste polnische judenfeindliche Geschichts-schreiber Dlugosz (lbonMnus) kein Wort von der Verfolgung der Juden inPolen während des Pestjahres berichtet, obwohl er von dem Wüthen desschwarzen Todes in diesem Lande berichtet, die Flagellanten erwähnt, und dieGemetzel der Juden in anderen Ländern nicht verschweigt, bisboris xolouiesx. 1090 ff., Matteo Villani, welcher angiebt, daß mehr als 10,000 Juden inPolen damals umkamen, fügt hinzu: in den Theilen welche an Deutschlandgrenzen, d. h. wohl zunächst Schlesien: uslls xsrbi souünsnbi von ls bsrrsäsll' iiuxsrio (bei Llurntorl sorixbb. rsruna Itsl ll?. XIV. zum I. 1348).