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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Brunnen vergiften könne, und er habe ein Säckchen mit Gift eineSpanne lang ins Wasser geworfen. Die vier namhaft gemachtenGiftmischer wurden nach Freiburg gebracht und legten noch viel um-fassendere Geständnisse ab: sämmtliche Juden von Straßburg, Basel,Freiburg und anderen Orten hätten von der Vergiftung Kunde ge-habt. Ein anderer Jude sagte aus: es sei ein eigeirer Rath vonzwölf Juden eingesetzt worden, welcher die Vergiftung geleitet habe,und dem Alle Gehorsam schuldeten; das Gift hätten sie aus Baselbezogen. Darauf wurden sämmtliche Juden von Freiburg dem Scheiter-haufen überliefert, bis auf zwölf der Reichsten, welche vor der Handam Leben gelassen wurden, damit sie ihre Schuldner angebeu möchten,denn es verstand sich von selbst, daß alles Eigenthum der Schlacht-opfer der Commune zugesprocheu wurde *). Zähringen (unweitFreiburgs, dessen weiser Rath und Schultheiß bei den Juden Giftgefunden, hatte schon früher drei Juden und eine Jüdin gerädertund den übrigen noch eine Galgenfrist bis über die Feiertagegelassen 2). Die Zeugnisse für die Schuld der Juden häuften sich.In Schlettstadt hatte sich ein angeklagter Jude im Gefängnisseentleibt und ein getaufter Jude hatte ausgesagt: die Juden gingendamit um, die Christenheit mit Gift zu verderben^). SämmtlicheStädte im Elsaß waren daher erbittert gegen die Herren, welcheJuden hielten. Die Gemeinde von Speier^) fiel als erstes Opferunter den rheinischen Gemeinden. Das Volk rottete sich zusammen,schlug mehrere Juden todt, andere verbrannten sich selbst in ihrenHäusern und noch andere gingen zum Christenthum über (10. Januar).Die Erschlagenen wurden in Weinfässern in den Rhein geworfen.Der Rath von Speier eignete sich die Habe der Juden an und ließderen Dörfer in der Umgegend versiegeln.

Trotzdem blieb der Rath von Straß bürg in der Beschützung derJuden standhaft. Der Bürgermeister Wintertur richtete überallhin Send-schreiben, um günstige Berichte für sie in Händen zu haben und diese der

Das. Schreiber, Urkundenbuch I. 2. S. 379383. A. Lewin, Juden inFreiburg S. 41 f.

2) Urkunde in den Noten zu Königshoven S 1026.

°) Das.

U Albertus von Straßburg a. a. O. S 148. Lehmann Speierschs ChronikS. 699. Ich habe in der ersten Ausgabe die historische Lius.Ii von AkibaFrankfurt (abgedruckt bei Landshut Amude Aboda II. Beil, r x. HI. sg.) alshistorische Quelle für die Gemetzel des schwarzen Todes behandelt, habe michaber bei näherer Einsicht überzeugt, daß der Elegiker Verfolgungen aus ver-schiedenen Zeiten xbls-iutzls zusammengereimt hat, daher lasse ich die Belegeaus dieser Liusli hier weg.