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Geschichte der Juden.
heiligen Schriften an einem Tage verbrannt (Mitte MaiZ. Eswar aber nicht die einzige Verfolgung in dieser Gegend. Bon da
aus verbreitete sich das Märchen nach Catalonien und Aragonien.
Hier herrschte gerade in demselben Jahre die ungebundenste Anarchie,indem der Adel und das Volk gegen den König Don Pedro imAufstand waren, um ihre Privilegien sicher zu stellen. Als auch hierdas Märchen von der Brunnenvergiftuug in den Gemüthern Wurzelgefaßt hatte, rottete sich das Volk in Barcelona an einem Sonn-abend igegen Ende Juni) zusammen, tödtete an zwanzig Personenund Plünderte die jüdischen Häuser. Indessen nahmen sich die
Angesehensten der Stadt der Verfolgten an und jagten im Vereinmit einem gerade hereinbrechenden fürchterlichen Unwetter, Donner-
gekrach und flammenden Blitzen die wahnbethörten oder plünderungs-süchtigen Angreifer aus einander. —
Einige Tage später wurde ebenso die Gemeinde von Cerveraüberfallen, achtzehn Personen wurden getödtet und die Uebrigen zurFlucht gezwungen. Der jüdische Philosoph Vidal Narboni (o. S. 322)befand sich damals gerade in dieser Stadt und verlor in Folge derZusammenrottung seine Habe und seine Bücher. Mehr Opfer fielenin dem Städtchen Tarrega, wo mehr als 300 Juden gemordetund in eine Grube geworfen wurden (10. Ab — 6. Juli). Sämmtlichenordspanische Gemeinden waren auf Angriffe gefaßt, stellten öffentlicheFasten an, flehten den Himmel um Erbarmen an und verrammeltenihre Quartiere, wo Mauern vorhanden waren ^). Indessen standenin Aragonien die höheren Stände den Juden bei. Der PapstClemens VI. (derselbe, welcher sich für Gersonides' astronomischeArbeiten interessirte o. S. 321), der beim Heranuahen des schwarzenTodes zitterte und sich in seinem Zimmer förmlich abschloß, hatte
1) Bemerkung zu einem Pentateuchcodex in der Wiener Bibliothek, Katalog
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2) Gallipapa a. a. O.