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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Der güldene Opferpfennig.

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Sammelwerke über Ritualien angelegt. Woher sollte auch den Deutschendie Geisteskraft gekommen sein, da sie nicht einen Augenblick ihresLebens oder der Mittel zur Fristung desselben sicher waren? Sieganz besonders traf in buchstäblichem Sinne die prophetische Straf-androhung:Dein Leben wird in der Schwebe sein, du wirst Tagund Nacht zittern. Des Morgens wirst du den Abend und desAbends den Morgen herbeiwünschen vor Angst des Herzens." DerKaiser Ludwig der Baier soll zwar den Juden so viel Gunst erwiesenhaben, daß ihnen der Kamm geschwollen sei^). Allein das ist eitelVerleumdung sowohl gegen den Kaiser als gegen die Juden. Keindeutscher Herrscher vor ihm hat seine Kammerknechte so übel behandelt,verpfändet, verkauft, als Ludwig der Baier. Er legte auch den Judeneine neue Steuer auf, den sogenannten güldenen Opferpfennig.Da die Kaiser nach und nach ihre Einkünfte von den Kammerknechtenverpfändet und verliehen hatten, um ihrer augenblicklichen Geld-verlegenheit abznhelfen, so mußte Ludwig der Baier auf eine neueEinnahmequelle von ihnen sinnen. Er bestimmte durch ein Dekret (um1342), daß jeder Jude und jede Jüdin im deutschen Reiche, welcheüber zwölf Jahre alt waren und mindestens über zwanzig Guldenverfügen können, dem König oder Kaiser jährlich einen Leibzins voneinem Gulden zu zahlen hätten. Die Berechtigung dazu wennüberhaupt Juden gegenüber von einer Art Recht die Rede sein kann leitete er wahrscheinlich davon ab, daß die deutschen Kaiser inalle Rechte der römischen eingetreten seien. Da nun die Juden seitVesspasian und Titus eine jährliche Steuerleistung an die römischenKaiser zu zahlen hatten, so seien die deutschen Kaiser als ihre un-mittelbaren Erben auch für den güldenen Pfennig zu betrachten^).

Während früher die Judenmetzeleien in Deutschland nur ver-einzelt anftraten, kamen sie unter der Regierung Ludwig's wegen derUnruhen und Bürgerkriege massenhaft vor. Zwei Jahre hinter-einander (1336 37) wüthete eine förmlich organisirte Schaar,Bauern und Gesindel, welche sich die Judenschläger nannte, mit

n'ni o-np. Vgl. M. Horovitz, Frankfurter Rabbinen 1. S. kO

Anmerkung 1.

') Albert von Straßburg Chronik I. l49.-Hais, qaonäura tbnäovi-

eus prinesxs ixsis (llnänsis) . . . satis tusrit tuvorubilis st srZo . . .mortuo xrinsips, rnultuin lusruut äs uscs sus, äolorosi, quis, talsua sp>smbabusrant sx quo in tantura xopulus Isrusl ersvit, quoä äs suo nuxUiotu brsvl ornirss Olliistioolas volsbaut ovoiäsrs. Daß Ludwig die Judenaus Baiern nicht vertrieben hat, wie Aeneas Sylvins, nachmaliger Papst,berichtet, hat Aretin (Geschichte der Juden in Baiern) S. 24 bewiesen.

2) Vergl. Stobbe a. a. O. S. 30 fg.