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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Kaspi's Ermahnung an seinen Sohn. 313

Dieses Testament enthält sein Glaubensbekenntniß und ist in liebens-würdiger Herzlichkeit gehalten. Er wollte seinem Sohne die tiefenÜberzeugungen, die in ihm lebten, als Vermächtnis hinterlassen, ihmschwärmerische Liebe sowohl für das Judenthnm als für die philo-sophische Erkenntniß einflößen, ihn vor den beiden Extremen, derGleichgiltigkeit gegen die Religion oder gegen die Wissenschaft, fern-halten und ihm zugleich einen Lehrplan an die Hand geben. Erwollte ihn für die Wahrheit erziehen, die, nach seiner treffenden Be-zeichnung,weder furchtsam, noch verschämt ist und nicht sein soll" Z. Der Kern des Jndenthnms oder des Glaubens, den Abrahamzuerst in die Welt gesetzt, ist nach Joseph Kaspi in vier Gebotenenthalten: Gott zu erkennen als erste, einzige geistige (körperlose)Macht, ihn zu lieben und zu verehren. Aber darum seien die übrigenzahlreichen Vorschriften der jüdischen Lehre nicht gleichgültig. Dennzur Beherzigung und Bethätigung jener so einfach scheinenden Gedankengehören eben die höchsten Anstrengungen des Geistes und des ganzenWesens. Da aber der Mensch sich nicht zu jeder Zeit auf der Ge-dankenhöhe befinde, die Wahrheit ihm nicht stets gegenwärtig sei, under dieMitte hält zwischen Engel und Thier", so bedürfe er fort-währender Anregung und steter Hinweisung auf die Quelle allesSeins und alles Denkens. Dazu seien eben die Gebote und Verbotedes Judenthums gegeben und eingeschärft worden. Je mehr derwahrhafte Jude sich mit Kenntnissen bereichere, und je höher er dieLeiter der Philosophie erklimme, desto mehr lerne er die Nothwendigkeitder Religion und des Gesetzes kennen. Denn die höchste philosophischeWahrheit sei nicht Feindin des Judenthums, sondern dessen Freundinund Schwester. Es sei daher unverzeihlich von den Stocktalmndisten,daß sie die Wissenschaft ächten, weil einige ihrer unwürdige Jüngerdem Judenthnm den Rücken kehren. Durch ihre Unwissenheit ver-fallen die Feinde der Philosophie in die höchste Sünde, sich die aller-unwürdigste Vorstellung von Gott zu machen. Kaspi ermahnteseinen Sohn, seinen Geist stufenmäßig mit Bibel und Talmud, mitNaturwissenschaften und Metaphysik und namentlich mit Maimuni'sheiligem Buche" (illorä) zu bereichern und sich zum Apostel für dieVereinigung der Philosophie mit dem Judenthnm auszubilden undzu ertüchtigen.

Warum ist Kaspi denn doch von den Stockfrommen verketzertworden? Redete er nicht dem Judenthnm in seinem ganzen Umfange

st Das. e. 15: aix

st Von Simon Duran und namentlich von Abrabanel.