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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Bonafoux Joseph Kaspi.

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Aber indem sie die Gedanken der Zeit straffer und bestimmter durch-dachten, sich ernstlicher und gründlicher in metaphysische Fragen ein-ließen und aus Maimuni's Vordersätzen unerbittliche und kühneFolgerungen zogen, welche die erträumte Eintracht zwischen demJudenthum und der Zeitphilosophie in Frage stellten, haben sie jeneHalbheit und Schlaffheit aus dem Sattel geworfen, welche mitFormeln spielte und auf überkommenen Ergebnissen ausruhte. Frei-lich haben sie sich durch ihr konsequentes Denken auch dem Verdachteausgesetzt, daß sie den Weg des Unglaubens wandelten, namentlichvon Seiten derer, welche sich in die rituellen Aeußerlichkeiten desJudenthums einspannen und den Zutritt des Lichtes von ihm ab-wehrten. Denn wiewohl alle drei mit ganzer Seele dem Judenthumanhingen und auch an den Ritualien festhielten, so ließen sie dochmanche ihrer Aeußerungen und Sätze, zu welchen ihr folgerichtigesDenken sie führte, als Ketzer erscheinen. In jener Zeit, wo dieReligion ein festes, so zu sagen krystallisirtes Gefüge hatte, erschienjede noch so unmerkliche Abweichung von der ausgeprägten Normsofort als Ketzerei.

Bonafoux Joseph b. Abba-Mari Kaspi (Jbn-Kaspi, geb.um 1280, st. um 1340 Z stammte aus Argentisre in Südfrankreich,davon er sich den hebräischen Namenvon Silber" beigelegt hat,wohnte aber in dem nicht zu Frankreich gehörigen Tarascon, odervielmehr weilte dort kürzere oder längere Zeit. Denn er war einJbn-Esra in verjüngtem Maßstabe, reiselustig, unruhig, schreibseligwie dieser, nur ernster und mit weniger Geist und Witz begabt, aberdafür mit Glücksgütern gesegnet und daher unabhängig^). Mit dembeginnenden Mannesalter, im dreißigsten Lebensjahre, erwachte inJoseph Kaspi ein unwiderstehlicher Drang zu philosophischer Forschungund eine Begeisterung für Weisheit und klare Erkenntniß, die ihndurch's ganze Leben nicht verlassen haben. Für Kaspi war die Weis-heit in Maimuui verkörpert und Fleisch geworden. Er bedauertedaher nichts mehr, als daß er nicht dessen Zeitgenosse gewesen sei.Warum lebte ich nicht zu Maimuni's Zeit oder warum ist er nicht

*) lieber das Biographische vergl. Kirchheim Einleitung zu Kaspi's Llors-Comnientar (. 4Vsrbl>insr Frankfurt a. M. 1848); Steinschneider in Erschund Grubers Encyclopädie 8sst>. II. 1. 31. S. 64 ff. ; die hebr. Uebersetzung.S. 51 ff. und NrmL NülanZss p. 496 ff. Manche biographische Widersprüchesind noch zu lösen. Von Kaspi's erstaunlich zahlreichen Schriften sind bis jetztedirt: der schon genannte doppelte LlorbCommentar 'iivp),

ferner -Mion i°>o, Testament an seinen Sohn, und der Katalog seiner Schriften,von ihm selbst beschrieben, Titel ->00 nmop, in Ben-Jakob Osbarlra ^.ttilrira.

2 ) Im Katalog.