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Geschichte der Juden.
Rabbinate der spanischen Hauptstadt erwählte. Er führte sein Amtmit außerordentlicher Gewissenhaftigkeit ohne Ansehen der Person,und er konnte die ganze Gemeinde zu Zeugen anrufen, daß er sichnicht das geringste Vergehen habe zu Schulden kommen lassen Z. AlsJehuda Ascheri einst wegen Verdrießlichkeiten in seiner Gemeinde nachSevilla überzusiedeln den Entschluß faßte, drang die ganze Gemeindeeinstimmig in ihn, bei ihr zu bleiben und verdoppelte seine Einkünfte ^).Trotzdem fühlte er sich in Spanien nicht behaglich und soll in seinemTestamente seinen fünf Söhnen gerathen haben, nach Deutschland, derHeimath seiner Familie auszuwandern ^). Die Verfolgung der deut-schen Juden während des Pestjahres hat sie wohl eines Besseren be-lehrt, daß es doch vorzuziehen sei, in Spanien zu wohnen. — Ver-möge seiner Stellung in der größten Gemeinde und seiner umfassendenrabbinischen Gelehrsamkeit galt Jehuda Ascheri als die größte Autoritätseiner Zeit, mehr noch als sein Bruder R' Jakob. GutachtlicheAnfragen von allen Seiten liefen zumeist bei ihm ein, und er be-antwortete sie mit eingehender Gründlichkeit und in knapper Fassung Z.Das rabbinische Schriftthum hat er durch kein besonderes Werkbereichert.
Den Charakter der Unselbstständigkeit und der bloßen Gelehr-samkeit tragen fast sämmtliche talmudische Erzeugnisse dieser Zeit.Sie stellen entweder das bereits Vorhandene mühsam zusammen, odersie lehnen sich au eine ältere Autorität an und bilden Commentarienoder gar Supercommentarien zu früheren Schriften. Jeruh am b.Meschullam, einer von Ascheri's zahlreichen Jüngern, ein Provenzale,den die Verbannung der Juden aus Frankreich (o. S. 245) nachSpanien verschlagen hatte, trug die civilrechtlichen und rituellen Ge-setze in zwei Compendien zusammen (um 1334^. — David Abu-darham aus Sevilla verfaßte ein weitschweifiges Werk über Gebeteund Ritualien in geistloser Weise (1340°). Selbst die drei nam-haftesten Talmudisten dieser Zeitepoche, die Fortsetzer der Schule
Z Uesxp. llsbaäa, ^.sallerl dlo. 54.
2) Gedalja Jbn-Jachja in Lollalsvlislst. o) Das.
Z Seine Responsensammlung .nun' pioi Berlin 1846, edirt von B. Rosen-thal und D. Cassel. — Jbn Jachja ciiirt von ihm ein Testament an seineSöhne rmomi a-an, das biographische Notizen über die Familie Ascheri ent-halten haben soll und das wohl identisch ist mit dem von S. Schechter edirtenin: 0 - 02.1 hpo opv rnm L-nii ii:i' Vi mmr. Preßburg 1885.
ö) Titel o'ivv und >i:m oin rnihw. In dem ersten kommt VIII. 1. dasJahr 133 vor. (Vgl. Monatschr. 1869 S. 443). Zu Ende theilt der Verfasseretwas von seinem Geschick mit.
") Vergl. über ihn die Bibliographen.