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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

frommen Deutschlands, die Entsagung nicht blos von Fleisch, sondernauch von Wein auf drei Wochen auszudehnenZ. Daher überwuchernin seinem Codex die von rabbinischen Autoritäten als verbindlich ge-stempelten Elemente bei weitem jene, welche aus dem Talmud fließen.Man könnte fast sagen, daß sich unter seinen Händen das talmndischeJudenthum in ein rabbinisches verwandelt hat. Selbst kabbalistischeSpielerei nahm er in das religiöse Gesetzbuch auf^).

Wie im Inhalt, so ist auch R' Jakobs Codex in der Form vondem Maimuni's grundverschieden. Insofern er dem letzteren folgt, istauch darin systematische Gruppirung wahrzunehmen; in den selbst-ständigen Partieen dagegen vermißt man die lichtvolle, wie eineGliederkette zusammenhängende maimunische Ordnung. Auch Dar-stellung und Sprache haben nicht die maimunische Gedrungenheit undKlarheit. Nichtsdestoweniger fand dieser Religionscodex bald allgemeineAnerkennung, weil er einem Zeitbedürfnisse entsprach und übersichtlichAlles zusammenstellte, was an Ritualien, Ehegesetzen und Civilrechtfür die Bekenner des Judenthums im Exile unter den Völkern alsverbindlich galt. Rabbiner und Richter nahmen ihn zur Richtschnurfür praktische Entscheidungen und gaben ihm sogar den Vorzug vorMaimuni's Werk, weil er auch die später hinzugekommenen Elementeenthält und in Betreff der Ritualien strenger und peinlicher ist. Nurder Eine und der Andere der zeitgenössischen Rabbinen'd) mochten ihreSelbstständigkeit, aus eigener Forschung in den Quellen Entscheidungenzu treffen, nicht aufgeben und kehrten sich wenig an den neuen Religions-codex. Die große Mehrzahl dagegen nicht blos in Spanien, sondernauch in Deutschland war froh, ein fertiges Gesetzbuch zu besitzen, dasalles Wissenswerthe so bequem zurecht legt, tief eingehende Unter-suchungen entbehrlich macht, und mehr das Gedächtniß als dieVerstandesthätigkeit in Anspruch nimmt. So wurde R' Jakobs Turdas unentbehrliche alleinige Handbuch für die Kenntniß des Juden-thnms, wie es die Rabbinen verstanden, das sich vier Jahrhundertelang behauptete, bis ein neues in Aufnahme kam, welches das altenoch bei weitem übertraf.

R' Jakob Ascheri hat auch einen Commentar zum Pentateuch

') Das. No. 521.

°) Das. No. 118.

2) Von Salom aus Wien oder aus Oesterreich erzählt Jakob Möln (Ma-haril), er habe sich mit dem Tur nicht allzusehr befaßt: (yimo apv 'st i'imO'-nu rann: io .i'.n ui>L> " 1.12 oi.i (Ns-buril gegen

Ende). Dieser R' Salom war ein jüngerer Zeitgenosse des Jakob AscheriS. Salomo Lurja Nsspx. No. 79.