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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

zahlreichen Enkel beherrschten fortan mit ihrer einseitig talmudischen,religiös-düsteren nnd büßermäßigen Richtung die spanische Judenheit.Die bedeutendsten unter Ascheri's Söhnen waren R' Jakob (DualIm-Durim) und R' Jehuda, beide nicht blos innig religiös, sondernauck selbstlose, anfopfernngsfähige Charaktere, aber auch beide in einemhöchst beschränkten Gesichtskreis befangen. Beide waren ebenso gelehrtim Talmud, wie unwissend in anderen Fächern, und wie dazu geschaffen,den inner» Verfall mit dem sich vorbereitenden elenden Geschicke derJuden in ihrem dritten Stammsitze in Einklang zu setzen.

Jakob b. Ascheri (geb. um 1280, st. 1340^) war von herbemMißgeschick heimgesucht. Sein Leben war eine Kette von Leiden undEntbehrungen; aber er ertrug sie mit Geduld, ohne Murren undKlage. Obwohl sein Vater Ascheri viele Glücksgüter nach Spanienmitgebracht hatte und stets in Wohlstand lebte, so litt doch sein SohnR' Jakob an drückender Armuth und war von Andern abhängig.Aber darum bezog er doch keinen Gehalt als Rabbiner: er scheintgar nicht einmal einen Rabbinersitz eingenommen zu haben. Wiesämmtlichen Ascheriden, den Söhnen und Enkeln, war ihm der Talmudausschließliches Lebenselement; aber er behandelte ihn doch mehr miterstaunlicher Gelehrsamkeit als mit erfinderischem Geiste. Sein einzigesVerdienst ist, daß er in das Chaos der talmudischen Gelehrsamkeiteine gewisse Ordnung brachte und das Bedürfnis; der Zeit nach einemabschließenden Gesetzescodex für die religiöse Praxis befriedigte. Dennseitdem Maimuni anderthalb Jahrhunderte vorher sein Riesenwerk(Illioollnö Dbora) in fast künstlerischer Gruppirung und lichtvoller Ein-theilung zusammengetragen hatte, war namentlich durch die Forschungender französischen und deutschen Schulen der Umfang der religions-gesetzlichen Bestimmungen wiederum so sehr angewachsen, daß cs demfähigsten Kopfe nicht mehr möglich war, Alles zu behalten und vor-kommenden Falls anzuwenden. Dieser angehäufte Stoff war in zahl-reichen Werken zerstreut und bunt durch einander gemischt. Außerdemgingen die Ansichten über jeden einzelnen Punkt der Religionsgesctzeso weit auseinander, daß die Rabbiuen und Richter mittleren Schlages

9 Die chronologische Seite ergiebt sich aus folgender Berechnung: N'Jakob war älter als R' Jehuda, wie die Reihenfolge bei Menahem b. Zerach(2scla H-Osrsoll) ergiebt. R' Jehuda verheirathete sich bereits 1306, wie dieGrabschrift (^.bns Lillftaroii p. 9) emendirt werden muß: iw nn (nn.w 'i) Mv:"on IM i>u>ir rim statt der Corruptel Won (wie Luzzato richtig vermuthethat). Ip Jehuda war also 1306 ungefähr 18 Jahre alt, was auch darausfolgt, daß ihn sein Vater nach Spanien vorausgeschickt hat (nach Zollalaobslst).Er wurde demnach um 1284 geboren; also sein älterer Bruder früher.