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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

folgungssüchtiger Absicht auftrat. Bei seiner Vertrautheit mit derjüdischen Literatur war es ihm leicht, ihre schwachen Seiten heraus-zufinden und hervorzukehren, dieselben zum Gegenstand der Anklagegegen das Judenthum zu machen und daraus die allergehässigstenFolgerungen zu ziehen. Alfonso war unermüdlich in Anschuldigungengegen Juden und Judenthum und verfaßte eine lange Reihe vonSchriften i), in denen er theils angreifend, theils vertheidigend zurRechtfertigung des Christenthums gegen Angriffe von jüdischer Seiteauftrat. Die hebräische Sprache, die er gewandter als die spanischeschriftstellerisch zu gebrauchen verstand, mußte zur Schmähung desJudenthums herhalten. Er zog gegen die agadische Auslegungsweise,gegen talmudische Satzungen und gegen die Blindheit der Inden,Christus als Erlöser und Gott nicht anzuerkennen, zu Felde. Ueber-treibend oder geradezu lügenhaft machte er der Judenheit zum Vor-wurfe, daß sie in eine Menge Sekten auseinandergehe, ohne zubedenken, daß dieser Borwurf der Christenheit mit viel größerer Be-rechtigung zurückgeschleudert werden könne, da das Christenthum mitder Sektirerei geboren und groß gezogen wurde. Um eine recht langeListe von jüdischen Sekten herauszubringen, machte es der Sakristanvon Valladolid, wie es viele judenfeindliche Schriftsteller vor und nachihm gemacht haben. Er erweckte jüdische Sekten aus dem Grabe,welche längst überwunden und verschollen waren, und stempelte bloßeMeinungsverschiedenheit über gewisse wesentliche oder unwesentlichePunkte im Judenthume zu einer derben Sektenspaltung. Er zähltedie Sadducäer auf, die längst nicht mehr vorhanden waren, und nichtblos die Karäer, sondern auch die Samaritaner, welche, ebensowenigwie etwa die ursprünglich dem Judenthum entstammten Christen, zumVerbände des Judenthums gehörten. Er spaltete Pharisäer undRabbinen zu zwei Sekten, behauptete fälschlich von den Kabbalisten,daß sie eine eigene Ketzerfamilie bildeten' und an zehn Zahlen oderPersonen in der Gottheit glaubten. Er erfand geradezu eine jüdischeSekte, welche zwei göttliche Wesen, Metatoron neben Gott, annehme ^).Als Alfonso die Unverschämtheit hatte, eine seiner gehässigen Schriftenseinem ehemaligen Bekannten Isaak Pulgar zuzuschicken, fertigte dieserihn in einem beißenden Spottgedichte derb ab^) und setzte ihm über-haupt durch Gegenschriften zu. Die Juden Spaniens waren noch nichtentmuthigt genug, um bei so frechen Angriffen zu schweigen. Auch

1) Note 13.

2) Ein Auszug aus einer seiner polemischen Schriften bei Alfonso de Spinatsrbslitiura tickst III. sonstäsratio tsrbia,.

2) Note 13.