Abner-Alfonso.
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sondern gegen jede Religion gleichgültig gemacht. Von Nahrungs-sorgen geplagt, fand Abner nicht die erwünschte Unterstützung vonSeiten seiner Stammesgenossen. Er war aber zu wenig Weltweiser,um sich mit Zufriedenheit in ein bescheidenes Loos zu schicken. Erwollte vielmehr hoch hinaus, fand jedoch nicht die Mittel, seine Be-gierden zu befriedigen. Um nun in Bequemlichkeit und Pracht lebenzu können, entschloß sich Abner, dem sechzigsten Lebensjahre nahe, zumChristenthume überzutreten, obwohl diese Religion ihm ebenso weniginnere Befriedigung gewähren konnte, wie diejenige, der er den Rückenkehrte. Er nahm als Christ den Namen Alfonso an. Der ungläubigeJünger Aristoteles' und Averroes' nahm ein Kirchenamt als Sakristanan einer großen Kirche zu Valladolid an, mit einer reichen Pfründe,welche seine weltlichen Wünsche zu befriedigen ausreichte. Seine Ge-sinnungslosigkeit und seinen Abfall suchte er sophistisch zu beschönigen.Er verfaßte eine philosophisch klingende Schrift, worin er die Willens-freiheit des Menschen leugnete und den Gedanken durchführte, derErdensohn unterliege in allen seinen Handlungen der unerbittlichenNothwendigkeit, die vyn den Sternen vorgeschrieben werde Z. Ent-schließung und Selbstthat vermögen ihn nicht davon zu befreien.Auch sein Uebertritt zum Christenthum sei eine Consequenz des überihn verhängten Fatums gewesen, gegen das er nicht habe ankämpfenkönnen. Der astrologische Fatalismus war noch die einzige Ueber-zeugung, die in der Seele Abner-Alfonso's fest haftete. Alles Uebrige:Religion, Gesinnung, Sittlichkeit, Treue, Ehre war ihm ein bloßesSpiel. Die astrologischen Alfanzereien vertheidigte er auch mit großerZähigkeit gegen seinen ehemaligen jüdischen Freund, den liebenswürdigenSchriftsteller Isaak Pulgar, welcher eine Schrift zur Widerlegungder Astrologie geschrieben hatte. Diese Afterwissenschaft hatte nämlichdamals viele Anhänger auch unter den Juden, und ein gebildeterMann Salomo Alkonstan'tini (vielleicht aus Saragossa, ein Nach-komme der Familie, die früher für Maimuni auftrat o. S. 25) ver-faßte in dieser Zeit ein umfangreiches Werk, um den zwingendenEinfluß der Steruenwelt auf das menschliche Geschick mit mehr Ge-lehrsamkeit als Logik aus Bibel und Talmud zu beweisen
Alfonso trieb seine Gesinnungslosigkeit so weit, daß er nichtlange nach seinem Uebertritt zum Christenthum gegen seine ehemaligenGlaubens- und Stammesgenossen mit bitterem Hasse und in ver-
9 Das.
2) Seine Schrift lautet mpivv da sie schon Zarza citirt, so muß
Sal. Alkonstantini in der ersten Halste des vierzehnten Jahrhunderts geschriebenhaben.