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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

auch die Gelehrteusprache der Christenheit und war wohl der ersteJude, der seine Aufmerksamkeit auf die scholastische Philosophie derDominikaner gerichtet hat. Er übersetzte für jüdische Leser philo-sophische Schriften von Albertus dem Großen, Thomas von Aquinound Anderen. Leone Romano verfaßte auch selbstständige Werkeexegetischen Inhalts in philosophischer Auslegungsweise. Indessen sosehr seine Zeitgenossen seine Gelehrsamkeit und seinen Geist bewunderten,der in kaum erreichtem Mannesalter schon so viel geleistet habe, aufdie Folgezeit hat er keine Einwirkung geübt.

Zu den römischen Kreisen, welche Wissenschaft und Poesie pflegten,gehörte gewissermaßen auch der Enkel eines römischen Auswanderers,der in Griechenland weilte, Schemarja Jkriti (Kretenser) ausNegroponte (blühte 12901340^. Er stand mit der römischen Ge-meinde und dem König Robert in enger Verbindung. Einer seinerVorfahren stammte aus Rom und führte nach seiner Auswanderungden Beinamen Romanus. Sein Vater Elia war Gemeindevorsteherund wohl auch Rabbiner auf der Insel Kreta, und davon hat er denFamiliennamen Jkriti. Schemarja Jkriti war mit David Maimuni(o. S. 147) befreundet und richtete an ihn vier Gedichte, ohne daßvon deren Inhalt und seinen poetischen Leistungen etwas bekannt ge-worden wäre. Mit der talmudischen Literatur vertraut, da er wahr-scheinlich Rabbiner in Negroponte war, verlegte er sich auch aufphilosophische Untersuchungen, und er war vielleicht in die griechisch-philosophische Literatur in der Ursprache eingelesen. In der Jugendbeschäftigte sich Jkriti, wie viele seiner Zeitgenossen, mit Uebersetzungenphilosophischer Schriften. Später faßte er einen Plan von praktischerBedeutung, wobei er auch seine Kenntnisse verwerthen zu können ver-meinte. Er wollte nämlich die Spaltung zwischen Rabbaniten undKaräern ausgleichen und die seit Jahrhunderten einander feindlichen

Ergiebt sich aus folgenden Daten. Seine Uebersetzung der Genesiswidmete Schemarja dem König Robert 1328 (weiter unten). Das Send-schreiben an die Römer (0?s.r Usebruacl II. 90 ff.) besorgte er nach Bearbei-tung der Genesis und bemerkt darin, er habe sich 25 Jahre damit beschäftigt.Wenn in einer unleserlichen Handschrift seines Commentars zum Hohenliededas Datum vorkommt: i? '.n1346 (Obalu? II x>. 25), so ist diese Zahlohne Zweifel corrumpirt, da er auch diesen Commentar dem König Robertwidmete, und dieser 1313 starb. Ferner citirt der Karäer Aaron Nikomedi inseinem Werk mm pp (S. 90), das 1346 vollendet wurde, bereits Schemarjaaus Negroponte als Verstorbenen Schemarja hat vier Gedichte an DavidMaimuni gerichtet (Obalu? a. a. O.) Darunter kann nur Maimuni's Enkelund nicht Urenkel verstanden werden. Da dieser nun um 1300 starb (o. S. 147),so blühte Schemarja Jkriti noch vor dem Ende des dreizehnten Jahrhunderts.Die chronologische Auseinandersetzung in Obalu? das. ist jedenfalls falsch.